Energieintensive Industrien wollen weniger Klimaschutz
Frankfurt/Main - Die Unternehmen mit hohem Energieverbrauch haben die Forderung an die Bundesregierung gestellt, deutlich längere Laufzeiten für Atomkraftwerke zuzulassen und weniger Ehrgeiz beim Klimaschutz zu zeigen. Eine zu rasche Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien gefährde die industrielle Produktion von Grund- und Werkstoffen und damit 875.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Dies schreibt der Branchenverband der Energieintensiven Industrien in Deutschland in einem Positionspapier, so die "Frankfurter Rundschau" am Donnerstag.
"Eine Versorgung allein durch erneuerbare Energien ist auf absehbare Zeit ausgeschlossen", heißt es in den "Erwartungen an das Energiekonzept der Bundesregierung". "Überlegungen, auf Kernkraftwerke künftig zu verzichten, setzen die industrielle Produktion von Grund- und Werkstoffen in Deutschland aufs Spiel."
Auch schwäche die Forderung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), den deutschen CO2-Ausstoß bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent zu senken, Branchen wie die deutsche Baustoff-, Chemie- und Stahlindustrie auf dem Weltmarkt.
Zudem kritisiert der Verband die Förderung der erneuerbaren Energien durch eine Umlage auf den Strom. Das schnelle Wachstum der erneuerbaren Energien verteure den Strompreis bis an die Belastungsgrenze der Industrien. Deshalb müsse die Härtefallregelung, nach der energieintensive Unternehmen keine volle Ökosteuer zahlen müssen, erhalten bleiben und mehr Firmen zugänglich gemacht werden.
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