Energiegipfel: Gerangel um Atomkraft
Neben solchen Fragen sollte im Kanzleramt am Abend auch über Möglichkeiten zur Beseitigung der hohen Importabhängigkeit bei den immer knapper werdenden Öl- und Gasreserven und über die Einhaltung der Klimaschutzverpflichtungen geredet werden. Geladen waren 22 Vertreter der Wirtschaft und Fachleute wie der bisherige UN- Umweltdirektor Klaus Töpfer und der Chef des Umweltbundesamtes, Andreas Troge. Die Regierung wird bei den Gesprächen von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) repräsentiert.
Zentrale Themen dürften die Chancen erneuerbarer Energien und neue Einspartechnologien sein. Dabei sind sich die Koalitionäre in der Tendenz einig. Thema sollte auch die EU-Energiepolitik sein. Experten der Regierung erwarteten die Benennung von Arbeitsgruppen, die weit ins Jahr 2007 hinein ein nationale Energiekonzept vorbereiten sollen.
Merkel hatte zunächst versucht, den Gipfel ohne das Streitthema Kernenergie zu beginnen. Die geladenen Chefs der Energiekonzerne erhöhten jedoch ihren Druck, auch dieses Thema einzubeziehen. Sie wollten zudem ein auch von anderen Unternehmen mitgeschnürtes 21- Milliarden-Euro-Paket für die Modernisierung von Kohle- und Gaskraftwerken präsentieren. Bis 2020 soll das Volumen auf 40 Milliarden aufgestockt werden.
Kauder dämpfte die Erwartungen an den Gipfel, der nur der Auftakt vieler Gespräche sein soll. Die Unionsfraktionsspitze hatte zuvor ein Positionspapier verabschiedet. Danach verschafft "die weitere Nutzung der Kernenergie den erforderlichen zeitlichen Spielraum, den andere Energieträger zu ihrer technischen Entwicklung und zur Erlangung der Marktreife noch benötigen". Die Betriebsdauer von Atommeilern müsse sich "an der Gewährleistung des größtmöglichen Sicherheitsniveaus jeder Anlage ausrichten", sagte Kauder.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte nach einer Sitzung des Parteipräsidiums, wer die Laufzeiten abgeschriebener Atomanlagen verlängern wolle, gebe einigen Energiekonzernen "eine Lizenz zum Gelddrucken" und verhindere Investitionen in moderne Energietechnik.
Weitere Nachrichten vom 03.04.2006
- Handelsblatt: Stromkonzerne kündigen Transparenz-Initiative an
- Gasprom verzichtet auf Pipeline-Kredit - Weiter Streit um Schröder
- Minister-Auflage für Stadtwerke Ludwigslust - Versorger wehrt sich
- Neue Strompreise in Hamburg: Vattenfall erhöht um 5,5 Prozent
- Strompreiserhöhung von Vattenfall Hamburg mit Abstrichen genehmigt
- Steigende Ölpreise erreichen Verbraucher
- E.ON Thüringer Energie gliedert Netzbetrieb aus
- Aktionäre klagen gegen Zwangsabfindung bei Vattenfall Europe
- E.ON verklagt Gaskunden - Anhörung vor Gericht
- Stadtwerke fordern mehr Wettbewerb bei Strom und Gas
- Energiegipfel: Deutschland bleibt vorerst von hohen Energie-Importen abhängig
- Unionsfraktion hält an Kernenergie fest
- China greift nach Uranquellen - Massiver Ausbau der Atomenergie
- FDP setzt weiter auf Atomenergie
- Gasprom-Streit: Schröder siegt vor Gericht gegen Westerwelle
- COMPUTERBILD: Lebensgefahr durch Festplatten-Netzteil
- Themen des Energiegipfels: Energiesicherheit, Preise und Klimaschutz
- SPD-Generalsekretär warnt vor "rückwärts gewandter Energie-Debatte"
- Regierung: Keine "fachlichen Zweifel" an Bürgschaft für Pipeline
- Marder löst Brand aus: Über 10 000 Haushalte ohne Strom
- Gasprom: Wir haben Staatsbürgschaft für Pipeline-Kredit nicht nötig
- Struck: Kein Wackeln beim Atomausstieg - "Schröder handelte korrekt"
- Entdeckung des bisher größten Gasfeldes in China
- Merkel: Bei Energiegipfel "keine Tabus" - Atomausstieg ist Thema
- Energiegipfel: Merkels Gästeliste
- Finanzierung für Übernahme von Endesa durch E.ON steht
- STRATO: Erste Flatrate für Festnetz und Handy
- DIW: Atomausstieg führt zu höheren Strompreisen und Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen
- Mit ihrer Telekom-Ehe rücken Alcatel und Lucent zur Nummer zwei auf
- Atom-Kontroverse verschärft sich vor Energiegipfel bei Merkel
- US-Ölpreis steigt - Sorge um Angebotsausfälle
- Time Warner will Mobilfunk aufwerten - Ergänzung zu Triple-Play
- Opposition verschärft wegen Gasprom-Bürgschaft ihre Angriffe
- EDF-Chef plädiert für langfristige Nutzung der Kernkraft
- Schröders Gasprom-Engagement stößt auch bei der SPD auf Kritik
- Wettlauf um die letzten Energiereserven - Steinmeier am Polarkreis
- Strommanager legen Merkel 21-Milliarden-Investitionspaket vor
- Alcatel und Lucent: Fusion zum weltweit größten TK-Unternehmen
- Gipfel bei Merkel soll Energie- und Umweltgau abwenden
- Rüttgers fordert mehr Forschungsmittel für Energiebereich

