Energiegipfel: Deutschland bleibt vorerst von hohen Energie-Importen abhängig

dpa
Bild: Stromleitungen



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Berlin (dpa) - Der weltweite Energieverbrauch ist nach dem Zustandsbericht der Bundesregierung zum Energiegipfel fast doppelt so hoch wie zu Beginn der 70er Jahre. Öl, Gas und andere Rohstoffe sind aber endlich. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet bis 2030 eine Zunahme des Weltenergieverbrauchs um etwa 50 Prozent. Damit stellen sich im Zusammenhang des Energiegipfels einige Fragen:

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- Wie sehr ist Deutschland von Energie-Importen abhängig?

Derzeit werden 62 Prozent der Energieträger eingeführt (ohne den Kernenergie-Brennstoff Uran, den Deutschland zu 100 Prozent importiert: vor allem aus Kanada, aber auch Großbritannien und Russland). Bei Mineralöl beträgt die Importquote 97 Prozent, bei Gas 83 Prozent und bei der Steinkohle 61 Prozent. Nur bei Braunkohle und den erneuerbaren Energien ist die deutsche Energieerzeugung unabhängig. Laut Ministerbericht ist Deutschland von Russland und anderen Ländern der Ex-Sowjetunion zu 41 Prozent beim Erdöl abhängig, zu 37 Prozent beim Gas, 19 Prozent beim Uran und 8 Prozent bei Kohle.

- Wie entwickelt sich der deutsche Energiemix über alle Verwendungen hinweg (Strom, Heizen und Treibstoffe)?

Nach dem Primärenergieverbrauch rangiert Mineralöl mit 37 Prozent Anteil (2005) weiter vorn. Es folgen Erdgas mit 23 Prozent, Steinkohle mit 13 Prozent, Kernenergie mit 12 Prozent, Braunkohle mit 11 Prozent und erneuerbare Energien mit 4,6 Prozent. (Abweichungen von 100 Prozent durch Auf- und Abrunden). Wasser- und Windkraft sind daran mit 3,4 Prozentpunkten beteiligt. Nach einer Prognos-Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums nimmt der Primärenergieverbrauch langfristig ab. Bis 2010 werde das gegenwärtige Niveau gehalten, 2020 werde es um 9 Prozent unter dem Ausgangswert von 2002 liegen. Eine Chance sieht die Regierung in neuen Technologien und dem Sparen von Sprit, Strom und Heizenergie.

- Wie werden sich die Marktanteile verändern?

Dies dürfte am Ende wesentlich von den politischen Entscheidungen abhängen. Beim Strom erwarten Fachleute mittelfristig neben einem deutlichen Wachstum erneuerbarer Energieträger (bis 2020 von jetzt 11 auf 20 oder gar 25 Prozent) stabile Kohlekraftwerks-Anteile - vor allem dann, wenn die Anlagen modern sind und kaum noch Kohlendioxid in die Luft blasen. Die "Erneuerbaren" sollen auch zunehmend Anteile der Stromproduktion übernehmen, die durch das Abschalten von Kernkraftwerken bis 2021 oder 2023 frei werden.

- Warum werden nicht einfach die Atommeiler-Laufzeiten verlängert?

Dies würde möglicherweise das Ende der schwarz-roten Koalition bedeuten, da die SPD auf der Einhaltung des Regierungsvertrages besteht. Dieser enthält ein Stillhalteabkommen in dieser Frage bis zum Ende der Wahlperiode. Anders lautende Erklärungen aus der Union wären somit frühestens von 2009 an realisierbar.



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