Energieagentur: Verzicht auf Offshore führt zu Ölpreissprung
Hamburg - Einen sprunghaften Anstieg des Ölpreises befürchtet die Internationale Energieagentur (IEA) , wenn die Welt wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dauerhaft auf die bisher stark wachsende sogenannte Offshore-Ölförderung im Meer verzichten sollte.
"Das wäre ein Fehler und würde zu einem signifikanten Preisanstieg führen. Kurz- und mittelfristig ist das Offshore-Öl ein sehr wichtiger Teil unserer Ölversorgung", sagte Fatih Birol, der Chefökonom der IEA, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Die USA hatten wegen der Ölpest neue Bohrungen im Golf und in Alaska vorerst ausgesetzt. Die IEA warnt allerdings vor den Folgen eines langfristigen Offshore-Förderstopps: "Die Abhängigkeit der Welt von einer kleinen Zahl ölreicher Länder würde stark zunehmen", sagte Birol.
Nach Einschätzung der IEA wächst die Gefahr von Umweltkatastrophen wie im Golf von Mexiko, weil westliche Ölkonzerne zunehmend auf technisch schwierig zu erschließende Quellen in der Tiefsee angewiesen seien. "Die Risiken werden größer, aber wir können sie durch eine bessere Regulierung der Ölindustrie minimieren", glaubt Birol.
"Auf längere Sicht sei allerdings eine Energiewende zwingend notwendig: Dieses Unglück erinnert uns daran, dass wir unsere Abhängigkeit vom Öl verringern und alternative Energiequellen stärker entwickeln müssen", mahnte der Chefökonom der IEA.
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