Energie vom Fließband: Siemens optimiert Windrad-Produktion
München - Siemens kämpft derzeit gegen einen Preisverfall bei Windkraftanlagen. Um das Geschäft wieder produktiver zu machen, soll die Produktion der Windräder optimiert werden. Ähnlich wie in der Autoindustrie plant der Konzern Serienfertigung und Plattformstrategien.
Angesichts hoher Verluste beim Windkraftgeschäft will der Elektrokonzern Siemens die Produktion seiner Windkraftanlagen umstellen. Geplant sind Serienfertigung und Plattformstrategien. Nach dem Vorbild der Autoindustrie will der Konzern so seine Produktionskosten senken. Mit Blick auf die wachsende chinesische Konkurrenz sagte der Chef der Windenergiesparte bei Siemens, Felix Ferlemann, der "WirtschaftsWoche": "Die Kosten müssen jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent sinken". Wegen Problemen bei Windparks in der Nordsee hatte der Konzern seine Gewinnprognose im April von 6 Milliarden auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro gesenkt.
Das Rationalisierungs- und Automatisierungspotenzial ist laut Siemens gewaltig. So würden derzeit in der Regel noch maßgeschneiderte Einzelstücke gefertigt - mit vergleichsweise hohen Kosten. Analog zur Autoproduktion will Siemens künftig unterschiedliche Windanlagen auf der gleichen Plattform montieren, um Entwicklungs- und Produktionskosten zu senken.
Vier Grundmodelle als Basis
Spartenchef Ferlemann plant für die Zukunft nur noch vier verschiedene Grundmodelle: jeweils eines für Offshore- und Onshore-Anlagen sowie ein weiteres für neuartige getriebelose Windräder, für die es eine Plattform für große und eine für kleine Turbinen geben werde.
Bei kleineren Anlagen mit 2,3 Megawatt hat Siemens die Fließbandfertigung schon weiter vorangetrieben als bei den Offshore-Turbinen. Diese sollen nun folgen. 2008 dauerte es noch 36 Stunden, eine 2,3-Megawatt-Turbine zu fertigen. Im vergangenen Jahr waren es noch 15 Stunden. Doch der Spielraum für weitere Reduzierungen werde kleiner.
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