Energie-Agentur: Stromlücke wächst stärker als gedacht
dpa
Hamburg (dpa) - Die bundeseigene Energie-Agentur dena sieht die sichere Stromversorgung in Deutschland schon in wenigen Jahren gefährdet. "Unsere Berechnungen zeigen klar: Trotz der massiven Nutzung von regenerativen Energien und der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen steht ab 2012 nicht mehr genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung, um die Jahreshöchstlast effizient zu decken", sagte dena-Chef Stephan Kohler der "WirtschaftsWoche". Bis 2020 steige die Differenz auf rund 12 000 Megawatt, was umgerechnet 15 Großkraftwerke seien.
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Wenn geplante Kraftwerke wie das in Hamburg-Moorburg nicht gebaut würden, verschärfe das die Lage noch, sagte Kohler. "Wir müssen uns entscheiden: Entweder wir bauen hocheffiziente Kohle- und Erdgaskraftwerke. Oder wir müssen die Atommeiler länger laufen lassen." Stromimporte aus dem Ausland meist mit Atomstrom seien keine Alternative. "Die vorhandenen und geplanten europäischen Kraftwerke reichen schon ab 2015 nicht mehr aus, um eine verstärkte Nachfrage aus Deutschland zu decken." Diese ließe sich auch nicht einfach durch den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien ersetzen.
Kohler gab zu bedenken, dass ein Weiterbetreiben ineffizienter Kohlekraftwerke statt neuer Anlagen auch mehr Emissionen verursacht, was die Kosten für CO2-Zertifikate in die Höhe treibe. Zusätzlich zum knappen Angebot könne das zu steigenden Verbraucherpreisen führen. Pläne für Sozialtarife nannte er "Unfug". Das stelle das Energiesparen infrage.
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