Enel plant den Bau von bis zu fünf Atomkraftwerken in Italien
dpa
Mailand/Rom (dpa) - Nach der politischen Wende in Italiens Energiepolitik will der Konzern Enel eine Reihe "technologisch reifer" Atomkraftwerke bauen. Geplant seien vier bis fünf Meiler mit einer Leistung von je 1800 Megawatt, sagte Enel-Chef Fulvio Conti der römischen Zeitung "La Repubblica" vom Montag. Die neue Regierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hatte im Mai angekündigt, Italien steige nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder in die zivile Nutzung der Atomkraft ein. Sie will bis 2013 den Grundstein für den Bau von Anlagen "der neuen Generation" legen.
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Der Bau der Atomkraftwerke kann nach Angaben des Energiekonzerns über ein Konsortium finanziert werden. Enel sei aber auch in der Lage, die Finanzierung allein zu stemmen. Nach dem Bericht könnten die Baukosten für vier Werke 14 Milliarden Euro betragen. Conti sagte zu dem kürzlichen atomaren Störfall im benachbarten Slowenien, dieser sei "marginal" gewesen und habe im übrigen auch gezeigt, dass es keine stärker kontrollierte Technologie auf der Welt gebe.
Der Atomausstieg nach einem Referendum vor über 20 Jahren habe Italiens Abhängigkeit vor allem vom Gas aus Russland und Algerien verstärkt, "das heute für zwei Drittel der Stromproduktion des Landes genutzt wird." Italien sei bereits ein "nukleares Land", es importiere Atomstrom aus Frankreich, der Schweiz und aus Slowenien. Enel arbeite außerhalb Italiens mit mehr als 100 Ingenieuren an Atomtechnik-Projekten in Frankreich, Spanien und in der Slowakei.
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