EnBW will zukünftig Gas aus Asien und Afrika anbieten
Stuttgart - Der Energiekonzern EnBW will seine Position auf dem Gasmarkt ausbauen und plant zukünftig mit neuen Quellen und Partnern aus Asien oder Afrika zu arbeiten. Damit möchte die EnBW weniger abhängig von Vorlieferanten werden. "Wir müssen uns beim Bezug von Gas mehrere Möglichkeiten offen halten", sagte Unternehmenschef Hans-Peter Villis in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
"Die Zukunft des Gases liegt nicht nur im Osten", betonte der EnBW-Chef. Gleichwohl hält er sich das Tor dorthin offen: Die EnBW hat die Option, rund 48 Prozent des drittgrößten deutschen Gasimporteurs zu erwerben, der VNG in Leipzig. Letztere bezieht einen Großteil ihres Gases aus Russland. Vor wenigen Wochen hatte der russische Energiekonzern Gazprom der EnBW jedoch ein weiteres Aktienpaket vor der Nase weggeschnappt.
Zwar will die EnBW unverändert bei der VNG einsteigen, doch für Villis steht fest: "Ich werde diese knapp 48 Prozent nicht erwerben, wenn damit nicht auch Geschäft verbunden ist." Und: "Wir wollen Partnerschaften entwickeln. Dabei haben wir keinen Zeitdruck, sondern wir haben Alternativen."
Derzeit arbeitet das Unternehmen bereits mit dem Energiekonzern Eni zusammen, der unter anderem Erdgas in Nordafrika fördert. Mit den Italienern haben die Karlsruher die gemeinsame Gesellschaft Gasversorgung Süddeutschland (GVS).
Neben Gas-Lieferverträgen ist die EnBW auch am Aufbau von Flüssiggasterminals interessiert. Hier sind Kooperationen mit dem EnBW-Großaktionär, der französischen EDF, denkbar. "Wir sind im Gasgeschäft noch nicht optimal aufgestellt. Flüssiggasterminals können helfen, dass wir langfristig ein Teil unseres Gases auch aus Afrika und Asien beziehen können", sagte Villis. Es komme nun darauf an, die Wertschöpfungskette zu verlängern - durch den Aufbau von Speichermöglichkeiten und langfristige Lieferverträge.
Derzeit kauft die EnBW Gas noch bei wenigen Vorlieferanten ein. "Wir müssen davon unabhängiger werden", betonte Villis. Der Gasanteil am EnBW-Umsatz in Höhe von rund 15,6 Milliarden Euro liegt bei unter 20 Prozent.
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