EnBW-Lobbyist machte auch mit E.ON Geschäfte
Düsseldorf - Im Streitfall zwischen EnBW und einem russischen Geschäftsmann geht es um über 200 Millionen Euro. Die gegenseitigen Vorwürfe handeln von Scheinverträgen, Uranlieferungen und Lobbyarbeit. Wie nun bekannt wurde, hatte auch E.ON Kontakt zu dem Russen.
Der russische Geschäftsmann Andrej Bykov soll einem Zeitungsbericht zufolge auch zum Gasversorger E.on Ruhrgas ein enges Geschäftsverhältnis gepflegt haben. Bykov, eine Schlüsselfigur in der EnBW-Affäre um hoch dotierte Scheinverträge, stand mit E.on Ruhrgas in engem Kontakt, wie das "Handelsblatt" in seiner Mittwochausgabe berichtet.
In einem persönlichen Schreiben auf Konzern-Briefpapier vom Februar vergangenen Jahres benenne der Russland-Vertreter des Essener Konzerns, Reiner Hartmann, ein konkretes gemeinsames Projekt. Es handele sich dabei um die Vermittlung von Gazprom-Anteilen durch Bykov an E.on Ruhrgas im Jahr 1998. Der Zeitung gegenüber dementierte E.on Ruhrgas Geschäfte mit dem Russen. Vielmehr handele es sich um einen rein persönlichen Kontakt Hartmanns zu Bykov.
Von EnBW hatte Bykov mindestens 200 Millionen Euro erhalten - offiziell unter anderem für die Lieferung von Brennstoff für Atomanlagen. Laut der Verträge sollte EnBW mit Uran aus russischen Militärbeständen versorgt werden. Diese Leistungen wurden aber nie erbracht. Bykov selbst sagt, er sei tatsächlich für Lobbyarbeit bezahlt worden, um EnBW Zugang zu russischem Gas zu verschaffen.
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