Einführung kostenloser Telefon-Warteschleifen gefordert
Berlin - Einer Stichprobe zufolge hängen Verbraucher weiterhin häufig und lange in kostenpflichtigen Warteschleifen, wenn sie bei Firmen-Hotlines anrufen. Bei den Service-Nummern mit der Vorwahl 0900 oder 0180 scheine diese Methode "bei vielen Unternehmen zum Geschäftsmodell zu gehören", sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn am Freitag.
Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn warf Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag) Versagen vor. Die Ministerin habe im vergangenen Mai Kostenfreiheit in Warteschleifen versprochen. "Da wurde wieder einmal angekündigt, und das Ergebnis lässt auf sich warten." Nach Angaben der Grünen liegt bisher nur ein Referentenentwurf für die Gesetzesänderung vor. Aktuell sei für März eine Kabinettsentscheidung vorgesehen.
Die Grünen hatten nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Wochen rund 300 Testanrufe bei 0900- und 0180-Servicenummern gemacht. Geprüft wurden 32 Unternehmen. Die Übeltäter der vorangegangenen zwei Untersuchungen seien auch im dritten Test die "schwarzen Schafe", hieß es. Offenbar gehöre es bei Billigfliegern und anderen Firmen zum Geschäftsmodell, mit der Warteschleife Geld zu verdienen.
Bei 0900-Nummern, die bis zu 3 Euro die Minute kosteten, haben die Testanrufer bei jedem zweiten getesteten Unternehmen im Schnitt länger als eine Minute in der Warteschleife gehangen. Im Durchschnitt aller Anrufe habe es etwa zweieinhalb Minuten gedauert. Damit seien rund 2,50 Euro fällig gewesen. Bei den in der Regel 14 Cent kostenden 0180-Nummern verbrachten die Testanrufer im Schnitt etwas mehr als zwei Minuten in der Warteschleife.
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