Ehemaliger BfS-Mitarbeiter glaubt nicht an Asse-Räumung

dapd | 05.07.2012
Bild: Uran


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Hamburg/Remlingen - Das marode Atommülllager Asse müsste schnellstmöglich geräumt werden. Die dort gelagerten radioaktiven Abfälle sind nicht sicher. Doch ein Experte hält eine Räumung für nicht möglich.


Die Räumung des maroden Atommülllagers Asse bleibt umstritten. Nach Ansicht des ehemaligen Fachbereichsleiters aus dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Michael Siemann, ist die Bergung der radioaktiven Abfälle aus technischen Gründen nahezu unmöglich. Dagegen hält die Behörde an dem Ziel der Rückholung fest. "Das ist so, als wenn jemand von mir verlangen würde, die 100 Meter unter 10 Sekunden zu laufen. Das kriege ich auch nicht hin", sagte Siemann dem NDR-Fernsehmagazin "Panorama".

"Asse Mikado"

Die Politiker seien darüber informiert, dass eine Rückholung unrealistisch sei, sagte Siemann. Doch "aus Angst vor der Reaktion der Bevölkerung" werde diese Warnung verdrängt. Im BfS habe man die Schockstarre der Politiker "Asse Mikado" genannt: "Wer sich zuerst bewegt, kriegt die schlechteste Presse."

BfS-Sprecher Werner Nording sagte der Nachrichtenagentur dapd, seine Behörde habe 2009 die Aufgabe übertragen bekommen, die Asse nach den Anforderungen des Atomrechts sicher stillzulegen. Dies sei nach dem derzeitigen Stand nur durch die Rückholung der Abfälle aus dem Bergwerk möglich. Ob dies gelingen könne, werde derzeit in der Probephase ermittelt. An diesem Sachstand habe sich nichts geändert.

Fakten oder Spekulationen?

"Michael Siemann hat in leitender Funktion im BfS bis vor kurzem alle Ergebnisse bei der Asse aktiv mitgetragen und sich jetzt überraschend öffentlich distanziert", sagte Nording weiter. Siemann war im Bundesamt für die Sicherheit nuklearer Entsorgung und die Stilllegung der Endlager Asse und Morsleben verantwortlich. Der promovierte Mineraloge hatte die Behörde erst vor wenigen Wochen verlassen.

Atomkraftgegner kritisierten die Äußerungen Siemanns ebenfalls. Er werfe der Politik vor, wesentliche Fakten zu verheimlichen, ohne diese selbst zu nennen, sagte Peter Dickel vom Asse 2-Koordinationskreis auf dapd-Anfrage. "Damit bleibt offen, ob es sich tatsächlich um Fakten handelt, die es unmöglich machen würden, die Asse wieder zu räumen, oder um Gefühle und Spekulationen."



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