EEX: Atom-Moratorium führte zu zeitweisem Strompreisanstieg
Leipzig - Die zeitweise Abschaltung von sieben deutschen Atomkraftwerken zog an der Leipziger Energiebörse EEX vorübergehend einen Anstieg der Strompreise nach sich. "Ob das allerdings so weitergeht, können wir nicht sagen", erklärte EEX-Finanzchefin Iris Weidinger am Donnerstag in Leipzig. Auch sei es für die EEX unwichtig, wie sich die Preise entwickelten. "Wir leben vom dem Handelsvolumen, das bei uns abgewickelt wird", so Weidinger.
Die EEX-Finanzchefin verwies darauf, dass nach Verkündung des Atommoratoriums durch die Bundesregierung die Volumina zwischenzeitlich stark gestiegen seien. "Während sonst pro Tag zwischen vier und fünf Terrawattstunden gehandelt werden, ging es zwischenzeitlich auf bis zu 19 Terrawattstunden hinauf", sagte Weidinger.
Es müsse abgewartet werden, wie sich die Situation auf den Märkten langfristig entwickle, sagte EEX-Vorstandsmitglied Christoph Mura. "Natürlich wurde die Stilllegung diskutiert, allerdings gab es sowohl Stimmen, die einen Anstieg erwarten, als auch solche, die nicht davon ausgehen", fügte Mura hinzu. Noch gebe es keine Antwort darauf, wie sich möglicherweise verändernde Erzeugerstrukturen auf den Handel auswirken würden, wenn bislang fest einplanbare Strommengen durch stark schwankende Angebote aus erneuerbaren Energien ersetzt werden müssten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die EEX nach Angaben des Vorstands Umsatzerlöse von 43,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern habe bei 15,9 Millionen Euro gelegen, zudem habe sich das Eigenkapital auf 103,8 Millionen Euro erhöht. "Mit diesem Rekordergebnis sind wir unserem Ziel, bis 2015 zur klar führenden europäischen Energiebörse zu werden, einen wichtigen Schritt nähergekommen", erklärte Weidinger. Nach wie vor wichtigstes Handelssegment sei Strom, aber auch bei Gas und dem Handel mit Emissionsrechten habe man zugelegt.
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