E3 Expo: Microsoft und Electronic Arts begraben das Kriegsbeil
Microsoft befand sich rund anderthalb Jahre im Streit mit EA. Für die Nutzung seiner redaktionell betreuten Online-Plattform Xbox Live verlangt Microsoft anders als Sony von den Spielern eine Abogebühr. Electronic Arts hatte damals darauf bestanden, an den Umsätzen beteiligt zu werden. Da Microsoft im Hinblick auf die verlustreichen Geschäfte dies ablehnte, endete die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Nach Angaben der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg verzeichnete der Unternehmenssektor Heim- und Unterhaltungselektronik von Microsoft zwischen 2002 und 2003 insgesamt einen Verlust von 1,8 Milliarden US-Dollar. Ob EA nun doch an den Gebühreneinnahmen von Microsoft beteiligt werden soll, wurde nicht bekannt.
Sony und Microsoft hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Preisschlachten im Kampf um Marktanteile ihrer High- Tech-Konsolen Xbox und Playstation geliefert. Zumindest weltweit Platz zwei wollte Branchen-Neuling Microsoft als Herausforderer noch vor dem japanischen Traditionshaus Nintendo (GameCube) belegen. Zuletzt konnte jedoch Nintendo im November in Europa den Redmonder Riesen wieder auf den dritten Rang zurückdrängen. Sony hält im Konsolen-Markt nach eigenen Angaben mit 70 Millionen verkauften Playstation einen weltweiten Marktanteil von zuletzt 60 Prozent (Ende 2003).
Das aktuelle Schlachtfeld von Sony und Microsoft im heiss umkämpften Markt sind derzeit deren Online-Plattformen. Vor rund 18 Monaten war Microsoft mit seinem Dienst Xbox-Live an den Start gegangen und verzeichnet derzeit nach Angaben von Bach rund eine Million Nutzer weltweit. Wenige Monate später startete Sony. Anders als das Softwarehaus setzte Sony von Anfang an auf eine offene Plattform ohne Abo-Gebühren und überliess die Gestaltung der Internet- Dienste zunächst den Spieleherstellern selbst. Inzwischen präsentiert das Unternehmen sein Playstation Net als einen übersichtlich gestalteten und einfach vom Fernseher aus zu startenden Online-Dienst für die ganze Familie. In Deutschland kooperiert das Unternehmen für den Online-Zugang mit der Telekom- Tochter T-Online. In Europa hat Sony inzwischen mehr als 120 000 aktive Spieler gewinnen können.
Die Electronic Entertainment Exposition E3 erwartet vom 12. bis zum 14. Mai in Los Angeles in diesem Jahr insgesamt 400 Aussteller aus 70 Ländern, die auf insgesamt 49 000 Quadratmetern über 1350 Neuerscheinungen von Video- und Computerspielen präsentieren werden. Ein weiteres Hauptthema der wichtigen Branchenmesse wird die mobile Unterhaltung sein. In diesem Marktumfeld wird sich das japanische Traditionshaus Nintendo mit seinem GameBoy gegen wachsende Konkurrenz behaupten müssen. So wird der finnische Handyhersteller Nokia seine überarbeitete mobile Konsole N-Gage nach Kalifornien mitbringen, und Sony wird seine erste mobile Konsole PSP (Playstation portable) im Gepäck haben. Marktführer Nintendo wird mit seiner neuen Konsole Nintendo DS mit zwei Bildschirmen möglicherweise erfolgreich sein bisheriges Quasimonopol behaupten.
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