Drei Interessenten für drittgrößten Kabelnetzbetreiber Orion

dpa-AFX
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Hamburg - Der drittgrößte Kabelnetzbetreiber Orion steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor seiner Zerschlagung. Inzwischen führten mindestens drei Interessenten Gespräche über die finanziell angeschlagene Orion-Tochter Tele Columbus, berichtet die "Financial Times Deutschland" ('FTD'). Neben dem Orion-Rivalen Kabel Deutschland (KDG) und dem Telekomanbieter Versatel soll sich nun auch der US-Finanzinvestor Blackstone für das Unternehmen interessieren. KDG war neben Unitymedia schon früher ein Interesse an Orion nachgesagt worden und hatte bereits Teile des Wettbewerbers übernommen.


Sollte Blackstone oder Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber KDG den Zuschlag erhalten, gäbe das den Startschuss zu einer Konsolidierung auf dem Kabelmarkt: Der Finanzinvestor Blackstone dürfte laut "FTD" die Orion-Kabelaktivitäten neu strukturieren und in Teilen an Kabelnetzbetreiber weiterreichen. Gegenüber der Zeitung wollte sich der Finanzinvestor aber nicht äußern. Auch Orion wollte keinen Kommentar abgeben. Allerdings verwies das Unternehmen gegenüber der "FTD" darauf, dass die Töchter Primacom und Tele Columbus "mehr Umsatz und Betriebsgewinn als geplant" machten.

Eine Versatel-Sprecherin wollte die Spekulationen gegenüber dpa-AFX nicht kommentieren. Ein möglicher Einstieg von Versatel würde den deutschen Telekommarkt neu ordnen. Mit rund zwei Millionen Kabelhaushalten könnte Versatel zu größeren DSL-Anbietern wie United Internet und Vodafone aufschließen. Allerdings ist fraglich, wie der Düsseldorfer Telekomanbieter nicht nur die Übernahme, sondern auch die Schulden der Orion-Tochter von fast einer Milliarde Euro stemmen sollte. Außerdem konzentrierte sich Versatel bislang auf kleinere Übernahmen von mehreren zehntausend Kabelhaushalten. Das "Handelsblatt" hatte am Dienstag berichtet, Versatel lasse bereits die Finanzierung vorbereiten und werde dabei von seinen Eignern unterstützt. Versatel gehört zu 42 Prozent dem Finanzinvestor Apax. Jeweils 25 Prozent halten die niederländische Cyrte Investments sowie der Telekom-Dienstleister United Internet.

Das Orion-Management und die Banken spielen unterdessen auf Zeit, so die "FTD" weiter. Sie wollen verhindern, dass die hoch verschuldete Tele Columbus zum Schleuderpreis verkauft werden muss. Nach zwei Wochen andauernden Verhandlungen sei nun eine Stundungsvereinbarung für eine im August anstehende Zinszahlung unter Dach und Fach und damit sei eine unmittelbare Insolvenzgefahr für Tele Columbus abgewendet. Die Einigung zwischen Eigentümern und Banken dürfte die bisherigen Gebote für Tele Columbus in die Höhe treiben: Rund 450 Millionen Euro wollen die Interessenten laut "FTD" für den Kabelnetzbetreiber zahlen - deutlich weniger als sich Banken und Eigentümer vorstellen.



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