DONG Naturgas will von Lübeck aus in deutschen Markt vorstossen

dpa | 29.11.2004
Bild: Stromleitungen


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Lübeck (dpa/lno) - Das dänische Energieunternehmen DONG Naturgas A/S will von Lübeck aus den deutschen Strom- und Gasmarkt erobern. DONG werde gemeinsam mit dem kommunalen Energieversorger Energie und Wasser Lübeck GmbH (EWL) eine Vertriebsfirma gründen, kündigte Vorstandsmitglied Kurt Bligaard Pedersen am Montag an. Diese Firma werde sich zunächst in Norddeutschland und später auch im ganzen Bundesgebiet um Kunden bemühen. DONG wird zum 1. Januar für 60 Millionen Euro einen 25,1-Prozent-Anteil an der EWL erwerben.

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Die Lübecker Bürgerschaft hatte dem Anteilsverkauf, der von Experten als "Deal des Jahres in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld" bezeichnet wird, am Donnerstag zugestimmt. Kernstück der Transaktion ist neben dem Anteilserwerb und der Kapitalerhöhung der EWL die Gründung der Vertriebsgesellschaft e-nord GmbH mit Sitz in Lübeck, an der die EWL mit 25,1 Prozent beteiligt werden soll. "Nach unseren Erfahrungen mit der Liberalisierung des Gasmarktes in Dänemark rechnen wir mit einem Umsatz von zunächst einer halben Milliarde Euro pro Jahr", sagte Pedersen. Man wolle vor allem Grosskunden und Versorgungsunternehmen mit Gas, Strom und Energiedienstleistungen aus einer Hand beliefern. DONG garantiert der EWL aus diesem Unternehmen bis 2009 eine Dividende von mindestens einer Million Euro, von 2010 bis 2014 von zwei Millionen Euro im Jahr.

DONG Naturgas A/S ist eine hundertprozentige Tochter des dänischen Staatskonzerns Dansk Olie og Naturgas (DONG) A/S. Das 1972 gegründete Unternehmen verfügt über eigene Öl- und Gasförderanlagen, Windenergieanlagen zur Stromerzeugung und Anlagen zur Erdwärmegewinnung. Vor einer Woche hat DONG nach eigenen Angaben für rund 1 Milliarde Euro 10,34 Prozent der Anteile am zweitgrössten norwegischen Gasfeld Ormen Lange gekauft.

"Die strategische Partnerschaft mit DONG verbessert unsere Eigenkapitalquote nachhaltig und macht uns fit für die Anforderungen des liberalisierten Energiemarktes", sagte der Geschäftsführer der EWL, Kurt Kuhn. Dadurch werde es möglich, der Hansestadt Lübeck als Hauptgesellschafterin bis 2011 insgesamt rund sieben Millionen Euro Gewinn auszuschütten, sagte Kuhn. Zur Stadtwerke Lübeck-Holding gehört ausser der EWL auch der Stadtverkehr, dessen Verluste auch nach der Teilprivatisierung durch die Gewinne der EWL ausgeglichen werden.



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