DIW zum Klimaschutz: Fliegen muss teurer werden
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bekräftigte die Absicht der Bundesregierung, während ihrer EU-Präsidentschaft das Thema voranzutreiben. Ziel sei, dass sich die Mitgliedstaaten bereits im ersten Halbjahr grundsätzlich einigten. Entscheidend sei, dass alle EU-Staaten gleichermaßen den Airlines verbindliche Obergrenzen beim Kohlendioxidausstoß vorschrieben, sagte er dem Blatt. "Es darf nicht zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Fluggesellschaften kommen, weil manche Länder beim Emissionshandel nicht mitmachen."
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) äußerte sich dagegen deutlich zurückhaltender. "Es ist noch völlig offen, ob der Luftverkehr sinnvoll in den Emissionshandel einbezogen werden kann", heiße es in einer Stellungnahme von Glos, die dem "Handelsblatt" vorliegt, heißt es in der Mittwochausgabe. Zum einen sei völlig offen, ob dies nach internationalem Recht überhaupt durchsetzbar sei, argumentiere Glos. Zum anderen würden dann europäische Drehkreuze im Wettbewerb um den internationalen Flugverkehr geschwächt.
Nach Aussage der DIW-Expertin Kemfert "bestehen gute Chancen, dass Deutschland in der Zeit der EU-Präsidentschaft diesen Vorschlag auch in die Tat umsetzen kann. Zwar machen die Flugzeug-Emissionen weltweit nur 3 Prozent des CO2-Ausstoßes aus, Prognosen zufolge wird sich dieser Beitrag bis 2020 jedoch verdoppeln." Richtiger wäre, den Emissionshandel weltweit einzuführen, da es sich um einen globalen Markt handele und Europäische Airlines sonst Wettbewerbsnachteile hätten, sagte Kemfert. Das Emissionshandelssystem müsse umfassend für Interkontinentalflüge, innereuropäische und inländische Flüge gelten.
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