Die Tricks der DSL-Provider
Heidelberg - Der Wettbewerb auf dem Markt für DSL-Anschlüsse ist hart: Mit hohen Geschwindigkeiten, günstigen Preisen, Gutscheinen oder Online-Vorteilen versuchen die DSL-Anbieter Verbraucher anzulocken. Dabei tricksen manche DSL-Anbieter hier und da.
Geschwindigkeit: große Versprechen – wenig Leistung
Häufig stimmt die versprochene Geschwindigkeit nicht mit der tatsächlich vor Ort realisierbaren überein. Viele Anbieter werben beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von 16 Mbit/s, aber über die Leitung beim Verbraucher kommt häufig weniger an.
Hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit sollten Verbraucher zum einen überdenken, welches Tempo sie wirklich brauchen. Für schnelles Surfen und Downloads reichen 6 Mbit/s aus. Zum anderen sollte geprüft werden, was zuhause technisch realisierbar ist. Das schützt vor überdimensionierten Verträgen und unnötigen Kosten.
Ende Mai treten neue EU-Regeln in Kraft, die Abhilfe schaffen sollen: Sie verpflichten Anbieter, die Verbraucher schon vor Vertragsabschluss darüber zu informieren, wie die Datenströme gesteuert werden und was das für die Geschwindigkeit des Internetzugangs in der Praxis bedeutet.
WLAN-Router: gratis, aber langsam
Bei manchen Providern bekommt man bei Vertragsabschluss einen WLAN-Router geschenkt. Jedoch unterstützen diese häufig nur den veralteten G-Standard und bremsen dadurch die eigentliche schnellere Internetverbindung. Außerdem sind viele ältere Modelle wahre Stromschlucker.
Wer seine Internetverbindung mit einem alten Router nicht ausbremsen will, kann sich ein neueres Gerät mit dem aktuellen N-Standard kaufen und um Angebote mit Gratis-Router einen Bogen machen.
Preise: auf Neukunden-Angebote achten
Häufig werben Anbieter mit erstaunlich günstigen Preisen. Beispielsweise soll 6000er DSL mit zwei Jahren Vertragslaufzeit für nur 19,96 Euro monatlich zu haben sein. Doch Vorsicht, diese Preise gelten nur für Neukunden. Nach Ende des ersten Jahres gilt man als Bestandskunde und so erhöht sich der Preis auf 29,95 Euro monatlich im zweiten Jahr.
Generell gilt: Nur wer regelmäßig den DSL-Anbieter wechselt, kann sich die günstigen Neukunden-Angebote sichern. Außerdem sollte man den Preis stets über die gesamte Vertragslaufzeit betrachten. Dabei hilft ein DSL-Preisvergleich, da dieser die Kosten über die gesamten 24 Monate darstellt und so vor Überraschungen schützt.
Sicherheitspakete: kostenpflichtig und unnötig
Häufig gibt es ein Sicherheitspaket, beispielsweise mit Spamschutz, Firewall oder Virenschutz, zum Tarif dazu. Diese sind aber nur in den ersten Monaten kostenfrei ist, danach kosten sie Geld.
Solche kostenpflichtigen Sicherheitspakete kann man sich sparen. Häufig sind sie unnütz, da viele Verbraucher bereits entsprechend ausgerüstet sind. Außerdem gibt es im Internet zahlreiche kostenfreie Angebote, die ebenfalls einen sehr guten Schutz bieten.
Weitere Nachrichten vom 28.04.2011
- Energieversorger liefert nicht - was Kunden machen können
- Neue Twitter-Spam-Welle: Wer hat mir die Gefolgschaft gekündigt?
- Wenn die Phantasie uns einen Streich spielt: Phantom-Handyanrufe
- Gazprom meldet gigantische Gewinne für 2010
- Anti-Stalker-App bei Facebook: sich schnell verbreitender Wurm
- Aktuelle Chrome-Version: Text für E-Mail per Mikrofon eingeben
- Smartphones: zum Teil große Qualitätsunterschiede
- Verband fordert vollständige Transparenz bei Netzentgelten
- Dilemma Stromnetzausbau: "Ausbau ja, aber nicht bei uns"
- CO2-Speicherung vor den Küsten - Schlupfloch im Speichergesetz
- Atomausstieg: Ethikkommission hält erste öffentliche Sitzung ab
- Zwischenbilanz: Der elektronische Personalausweis
- Studie: Stromnetz kann raschen Atomausstieg bewältigen
- Datenschutzbeauftragter fordert: "Sony soll für Schäden haften"
- Dollar schwächelt - Ölpreise legen weiter zu

