Deutschland und Algerien wollen Kooperation im Gas-Geschäft ausbauen

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Bild: palniki gazowe



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Algier (dpa) - Deutschland und Algerien wollen ihre Beziehungen bei der Energieversorgung ausbauen und vor allem die Kooperation bei der Flüssigerdgasproduktion und -lieferung verstärken. "Wir schätzen Algerien als verlässlichen Energielieferanten", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach Gesprächen mit Algeriens Premier Abdelaziz Belkhadem und Energieminister Chakib Khelil am Donnerstag in Algier. Am Rande des Besuchs unterzeichnete E.ON Ruhrgas und die staatliche Energiegesellschaft Sonatrach eine Absichtserklärung über langfristige Lieferbeziehungen für Flüssigerdgas (LNG).

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Mit dem Abkommen erhielten die Wirtschaftsbeziehungen noch mehr Dynamik, sagte Steinmeier. Der Vize-Präsident der E.ON-Ruhrgas- Flüssigerdgasabteilung, Dietrich Gerstein, sprach vom ersten wichtigen Schritt bei der Zusammenarbeit mit der Sonatrach- Gesellschaft, die derzeit jährlich 26 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas fördert und die Exportkapazitäten bis 2020 auf 85 Milliarden Kubikmeter ausbauen will. Steinmeier betonte, Deutschland beziehe sein Gas derzeit ausschließlich aus Pipelines. "Wir wollen die Versorgung mit Flüssigerdgas als zweite Säule ausbauen."

Deutschland verdoppelte 2005 nahezu seine Einfuhren aus Algerien auf 1,6 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Gas- und Ölimporte. In dem Maghreb-Land sind mehr als 100 deutsche Firmen aktiv. Algeriens Energieminister Khelil versicherte das Interesse seines Landes an deutscher Technologie gerade in der Produktion von Flüssigerdgas, das mit Schiffen transportiert wird. Es gebe bereits viele deutsche Firmen, die sich an Ausschreibungen beteiligten. "Wir wünschen, dass deutsche Gesellschaften noch mehr Verträge gewinnen." In Deutschland ist in Wilhelmshaven ein großer Flüssigerdgas-Terminal geplant, der 2010/2011 in Betrieb gehen soll.

Auch bei seinem Gespräch mit Belkhadem und dem fast vierstündigen Treffen mit Staatschef Abdelaziz Bouteflika war die Energieversorgung ein Schwerpunkt. Algerien ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas und sucht derzeit nach Wegen, seine starke Abhängigkeit vom Öl- und Gasgeschäft zu verringern. Auch die deutsche Seite sei dabei um Hilfe gebeten worden, hieß es aus Delegationskreisen. Die deutschen Firmen erhoffen sich Aufträge im Rahmen geplanter Infrastrukturprogramme, die ein Volumen von etwa 80 Milliarden Dollar bis 2009 umfassen.

Bei seinem politischen Gesprächen würdigte Steinmeier ausdrücklich die Aufarbeitung des blutigen Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre, der das Land auch mit islamistischen Terroranschlägen überzog. Diese sei für die Bevölkerung Algeriens eine "traumatische Phase". Deutschland habe in der Zeit als eines der wenigen Länder in Europa Verständnis für die Lage Algeriens gezeigt, wurde dem Minister dem Vernehmen nach versichert. Die Bundesrepublik genießt wegen ihrer Unterstützung der algerischen Freiheitsbewegung im Unabhängigkeitskrieg mit Frankreich Ende der 50er Jahre ohnedies hohes Ansehen.

Steinmeier war von Libyen aus kommend am Mittwoch in Algerien eingetroffen und wollte seine fünftägige Maghreb-Reise am Nachmittag mit Gesprächen in Tunesien fortsetzen. Weitere Stationen sind bis Samstag Marokko und Mauretanien. In allen Ländern geht es auch um das Thema Migration - die Maghreb-Staaten sind Drehscheibe für die illegale Einwanderung aus Afrika nach Europa.



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