Deutsche Konzerne wehren sich gegen Zahlungen aus Gazprom-Vertrag
Moskau/Essen - Nach Informationen der Moskauer Presse wehren sich deutsche Energieunternehmen gegen empfindliche Zahlungen an das russische Staatsunternehmen Gazprom. Hintergrund sind Liefervereinbarungen, die die Bezahlung einer zuvor vereinbarten Mindestabnahmemenge durch die Konzerne vorsehen.
Die Firmen hätten im laufenden Jahr auch wegen der Finanzkrise weniger russisches Gas als vereinbart importiert, lehnten Zahlungen dafür aber mit Hinweis auf eine "Amnestie" der Ukraine ab, berichtete die russische Zeitung "Kommersant" am Montag. Der deutsche Gasabsatz war im ersten Halbjahr 2009 nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durch die Wirtschaftskrise um elf Prozent auf 469 Milliarden Kilowattstunden zurückgegangen.
Auch Gazprom-Kunden aus Frankreich, Italien und der Türkei hätten Widerstand angekündigt, schrieb die Zeitung. Der russische Energieriese fürchte nun Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe. Laut "Kommersant" kündigten unter anderem die deutschen Konzerne BASF, E.ON und RWE Gespräche mit Gazprom an.
Bei ihren Treffen wollten die Unternehmen darauf verweisen, dass Russland im April der Ukraine in einem ähnlichen Fall eine Konventionalstrafe von zwei Milliarden Dollar erlassen habe. Sprecher der größten deutschen Ferngasgesellschaft E.ON Ruhrgas, des RWE-Konzerns sowie von BASF wollten den Bericht nicht kommentieren.
Weitere Nachrichten vom 28.09.2009
- Neue Funktionen bei Google-Suche: Angabe von Schlagworten
- Der lange Weg zum intelligenten Stromnetz
- Bund will den Betrieb interner Telekommunikationsnetze selbst übernehmen
- Dank Rohrdämmung Energie sparen
- Ergebnis der Bundestagswahl treibt Aktien des Energiesektors in die Höhe
- Neue Führung des Energieriesen EDF - Höhere Effizienz der Atomwirtschaft
- Studie: Kunden von Billigstromanbietern müssen bald tiefer in die Tasche greifen
- Kabel Deutschland will bei der superschnellen Datenübertragung im Internet führend werden
- Diskussion um AKW-Laufzeiten nach der Wahl
- Ölpreise weiter gefallen

