Deutsch-französischer Atomreaktor soll am Ärmelkanal gebaut werden
Der EPR werde helfen, bei der Energieversorgung "die Unabhängigkeit Europas in den nächsten Jahrzehnten zu garantieren", sagte der neue EDF-Präsident Pierre Gadonneix. Ferner sei dieser neue Reaktortyp eine "technologisches Schaufenster für Exportmärkte".
Kernpunkt dieser Weiterentwicklung herkömmlicher Reaktoren ist eine doppelte Aussenhülle und ein Keramikbecken, das im Notfall eine Kernschmelze im Gehäuse halten soll. Nach Einschätzung des französischen Atomtechnikkonzerns Areva würde bei diesem Typ die Unfallgefahr um das Zehnfache verringert. Umweltschützer kritisieren jedoch, dass dieses "Auffangbecken" eine Gefahr noch grösserer Explosionen in sich berge. Entwickelt wurde der EPR mit einer Leistung von 1.600 Megawatt in den 90er Jahren. Seine Lebensdauer soll bei 60 Jahren liegen, 20 Jahre mehr als bei den bisherigen Leichtwasserreaktoren.
Frankreich will mit dem EPR (European Pressurised water reactor) in den nächsten 15 bis 20 Jahren seinen alternden Kraftwerkpark erneuern und hofft auf den Export der Atomtechnologie vor allem nach China. Das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim bei Colmar ist seit 1977 in Betrieb. Derzeit betreibt Frankreich 19 grosse Kernkraftwerke mit insgesamt 58 Atomreaktoren. Umweltschützer fordern statt dieser Konzentration auf die Atomenergie die Förderung alternativer Energien wie der Windkraft.
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