Deutsch-französischer Atomreaktor soll am Ärmelkanal gebaut werden

dpa
Bild: Stromleitungen



gesamtes Archiv
RSS-Feed abonnieren



Paris (dpa) - Nach jahrelanger Diskussion über die Realisierung des Projekts wird der erste Europäische Druckwasserreaktor (EPR) nun in Frankreich am Ärmelkanal gebaut. Der staatliche Elektrizitätskonzern EDF gab den Standortbeschluss für Flamanville am Donnerstag bekannt. Die Atomanlage soll nicht weit von der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage La Hague an der Küste der Normandie errichtet werden. Damit ist ein heftiges Tauziehen um den Bau und Standort entschieden.

- Anzeige -
Dieser von Siemens und Framatome (inzwischen unter das Dach der französischen Atomholding Areva gekommen) seit 1989 entwickelte Prototyp soll mindestens drei Milliarden Euro kosten und ab 2007 in Bau gehen. Mit der Inbetriebnahme wird vier bis fünf Jahre später gerechnet.

Der EPR werde helfen, bei der Energieversorgung "die Unabhängigkeit Europas in den nächsten Jahrzehnten zu garantieren", sagte der neue EDF-Präsident Pierre Gadonneix. Ferner sei dieser neue Reaktortyp eine "technologisches Schaufenster für Exportmärkte".

Kernpunkt dieser Weiterentwicklung herkömmlicher Reaktoren ist eine doppelte Aussenhülle und ein Keramikbecken, das im Notfall eine Kernschmelze im Gehäuse halten soll. Nach Einschätzung des französischen Atomtechnikkonzerns Areva würde bei diesem Typ die Unfallgefahr um das Zehnfache verringert. Umweltschützer kritisieren jedoch, dass dieses "Auffangbecken" eine Gefahr noch grösserer Explosionen in sich berge. Entwickelt wurde der EPR mit einer Leistung von 1.600 Megawatt in den 90er Jahren. Seine Lebensdauer soll bei 60 Jahren liegen, 20 Jahre mehr als bei den bisherigen Leichtwasserreaktoren.

Frankreich will mit dem EPR (European Pressurised water reactor) in den nächsten 15 bis 20 Jahren seinen alternden Kraftwerkpark erneuern und hofft auf den Export der Atomtechnologie vor allem nach China. Das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim bei Colmar ist seit 1977 in Betrieb. Derzeit betreibt Frankreich 19 grosse Kernkraftwerke mit insgesamt 58 Atomreaktoren. Umweltschützer fordern statt dieser Konzentration auf die Atomenergie die Förderung alternativer Energien wie der Windkraft.



Weitere Nachrichten vom 21.10.2004

Kostenlose Beratung
0800 80 80 890
Mo-Fr 8-20 Uhr
Sa 9-16 Uhr

Häufig gestellte Fragen
Skype Video-Beratung
Verivox ist ausgezeichnet
Benachrichtigungsservice
Aktuelle Tarifangebote für
Sie zusammengestellt.
Wechseln über Verivox
Herr Müller zeigt, wie's geht. Herr Müller
  • Schnell und einfach sparen
  • Über 12 Jahre Erfahrung
  • Über 4 Millionen Kunden
mehr Vorteile
Services
Geschäftspartner
MeinVerivox
  • Newsletter mit Spartipps
  • Aktionen & neue Tarife
  • Aufträge verfolgen