Der Brief des Internet-Zeitalters: Was ist ein Online-Brief?
Frankfurt/Main - Der gute alte Brief auf Papier bekommt einen Nachfolger für das Zeitalter des Internets: den Online-Brief. Am heutigen Mittwoch hat die Deutsche Post ihr Angebot für den sogenannten E-Postbrief gestartet. Auch die Konkurrenz bringt sich in Stellung. Verbraucher sollen mit dem Online-Brief künftig ihren Schriftverkehr rechtssicher über das Internet abwickeln können. Das ist mit der E-Mail bisher nicht möglich.
Was ist ein Online-Brief?
Online-Briefe sind die elektronische Ausführung des herkömmlichen Briefes auf Papier. Der Internet-Brief soll künftig die gleiche Funktion übernehmen wie normale Briefe und ebenso rechtssicher sein. Verbraucher können dadurch beispielsweise Behördenpost in Zukunft online erledigen und sparen sich unter Umständen lange Wartezeiten. Damit der elektronische Briefverkehr aber auch tatsächlich rechtssicher wird, muss die Bundesregierung noch die Regularien festlegen. Diese könnten im kommenden Jahr in Kraft treten.
Was sind die Vorteile von Online-Briefen im Vergleich zu E-Mails?
Internet-Briefe sollen im Gegensatz zu herkömmlichen E-Mails wirklich sicher sein. Die Inhalte werden verschlüsselt übermittelt, was verhindern soll, dass die Briefe von anderen mitgelesen oder gar manipuliert werden können. Daneben sollen Absender und Empfänger eines Online-Briefs ganz sicher identifizierbar sein. Dazu müssen sich die Teilnehmer an dem Verfahren - ob Privatpersonen, Behörden oder Unternehmen - speziell registrieren. Es besteht Gewissheit, dass Empfänger wie Behörden oder eine Bank das Schreiben auch tatsächlich bekommen.
Wie funktioniert der Online-Brief?
Einen Online-Brief zu verschicken, soll ähnlich einfach sein wie der Versand einer E-Mail. Entweder können Nutzer künftig ihre Internet-Briefe über die Webseiten der spezialisierten Online-Briefanbieter schreiben. Es soll aber auch über E-Mail-Programme auf dem Computer zu Hause möglich sein. Die Post bietet daneben einen sogenannten Hybrid-Brief an: Dieser soll auf dem Computer geschrieben und anschließend in Papierform zugestellt werden.
Ab wann kann ich Online-Briefe empfangen und versenden?
Verbraucher müssen zur Nutzung des Online-Briefs künftig bei den Anbietern eine eigene Mail-Adresse registrieren. Bei der Post geht dies seit Mittwoch, bei der Telekom, GMX und Web.de ist das bereits seit mehreren Tagen kostenlos möglich. Post-Kunden können schon Online-Briefe verschicken und empfangen - nach einer Identifizierung auf einer Postfiliale. Bei der Konkurrenz ist es erst im kommenden Jahr möglich.
Passen die Systeme der verschiedenen Anbieter zusammen?
Die Anbieter wollen ihre Brief-Systeme für die Konkurrenz öffnen. Das bedeutet: Es wird reichen, wenn sich ein Nutzer bei einem einzigen Anbieter registriert. So wie er als Kunde eines Handy-Anbieters in andere Netze telefonieren kann, soll er auch Briefe von einem Nutzer des anderen Systems empfangen oder in ein anderes System schicken können.
Wie viel werden Online-Briefe kosten?
Bei der Post kostet ein Online-Brief genauso viel wie ein Brief auf Papier: 55 Cent. Die Telekom will Verbrauchern "eine Anzahl" von Online-Briefen gratis gewähren.
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