Dena fordert kostenlose CO2-Zertifikate für neue Kraftwerke
dpa, Verivox
Berlin (dpa) - Die Betreiber neuer Strom-Kraftwerke sollten nach Ansicht der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ab 2013 kostenlos CO2-Zertifikate erhalten. Damit würde ein Anreiz gesetzt, dringend benötigte neue Kohle- und Gaskraftwerke zu bauen, sagte Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler am Dienstag in Berlin. Die EU-Kommission will dagegen ab 2013 die CO2-Verschmutzungsrechte zu 100 Prozent versteigern. Die Zertifikate sind für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid nötig.
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Zwischen 2008 bis 2012 werden noch etwa 90 Prozent der CO2-Rechte kostenlos verteilt. Dies wird den Versorgern laut einer Studie der Marktforscher von Point Carbon Sondergewinne in Milliardenhöhe in die Kassen spülen. Das ist möglich, weil die Konzerne den Marktwert der CO2-Rechte bereits in die Stromrechnungen einpreisen können. Die mehrheitlich vom Bund getragene Dena fürchtet hingegen, dass der Mix aus hohen Steuern, teuren CO2-Rechten und sinkenden Netzentgelten die Strombranche vom Bau neuer Kraftwerke abhält.
Die Dena hat in einer Studie, die laut Kohler von E.ON und RWE mitfinanziert wurde, berechnet, dass im Jahr 2020 15 konventionelle Großkraftwerke fehlen könnten. Schon 2012 könne es in Spitzenzeiten beim Stromverbrauch zu Engpässen kommen. Kohler warnte davor, neue Kohlekraftwerke zu verteufeln, die deutlich mehr Strom bei weniger CO2-Ausstoß produzieren als alte Anlagen: "Das CO2-Abbauziel ist leichter zu erreichen, wenn wir neue Kohlekraftwerke bauen." Ohne neue Anlagen zusätzlicher Anbieter werde auch die Marktmacht von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall zementiert.
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