Datensparsamkeit ist angesagt: Sicher surfen in studiVZ & Co.

dpa | 07.05.2008
Bild: Adresszeile eines Internetbrowsers

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Kiel/Berlin (dpa/tmn) - Mit Freunden in Kontakt bleiben, Fotos austauschen oder sogar neue Geschäftskontakte knüpfen - soziale Netzwerke im sogenannten Web 2.0 machen es möglich. Inzwischen gibt es etliche Plattformen, die den Kontakt der Nutzer untereinander ermöglichen. Doch Datenschützer mahnen zur Zurückhaltung bei studiVZ, Facebook oder Xing. Besonders Informationen aus dem Privatleben sollte man hier nur sehr sparsam veröffentlichen. Außerdem sollten Surfer das eigene Profil so einstellen, dass die Privatsphäre möglichst gut geschützt ist.

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"Das größte Problem bei sozialen Netzwerken ist, dass man nicht weiß, wer da alles reingucken kann", sagt Henry Krasemann, Experte beim Unabhängigen Zentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in Kiel. Auch ein potenzieller oder derzeitiger Arbeitgeber kann oft auf die Daten zugreifen. Daher empfehlen Datenschützer, möglichst wenig private Informationen im Internet zu speichern. "Man sollte auf keinen Fall Bikini- oder Party-Bilder in einem solchen Netzwerk veröffentlichen", sagt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club (CCC) in Berlin.

Vor allem das Netzwerk studiVZ, zu der auch die neuen Netzwerke meinVZ und SchülerVZ gehören, hatte mit einer Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Aufsehen gesorgt. Danach mussten die Nutzer neuer personalisierter Werbung zustimmen, um weiterhin ihren Zugang zu behalten. Inzwischen hat der Berliner Dienst allerdings nachgebessert, wie studiVZ-Sprecher Dirk Hensen erklärt: "Wenn ein Nutzer diese Art von Werbung nicht erhalten möchte, sondern eben nur übliche Werbung bekommen will, dann kann er das bei uns selbstverständlich so einstellen und seinen Account wie bisher verwenden."

Auch wenn man selbst mit den eigenen Daten sparsam umgeht, können sie dennoch für jedermann abrufbar im weltweiten Netz landen. So ist es möglich, dass andere Nutzer Fotos hochladen und diese mit dem eigenen Profil verknüpfen. "Allerdings kann man etwa bei studiVZ diese Möglichkeit deaktivieren", erklärt Datenschützer Henry Krasemann. Dies sei allerdings nicht voreingestellt, sondern müsse aktiv vom Nutzer im eigenen Profil aktiviert werden.

Das gilt auch für andere Möglichkeiten: So kann man bei studiVZ einstellen, dass Nutzer nicht sehen, wenn man ihr Profil besucht hat. "Andere Dienste wie etwa Xing bieten diese Option aber nicht an", sagt Krasemann.

Ein weiteres Problem bei sozialen Netzwerken ist das sogenannte Identitäts-Grabbing: Jemand meldet sich mit den Daten eines anderen Nutzers an und kann so sein Profil direkt verändern. Man sollte daher auf jeden Fall als Passwort keine naheliegenden Daten wie Geburtsdaten oder Ähnliches verwenden. "Wichtig ist es auch, nicht den gleichen Benutzernamen und das gleiche Passwort für mehrere Portale zu nutzen", sagt Constanze Kurz.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist man ihrer Ansicht nach allerdings nie davor gefeit, dass Fremde sich in das eigene Profil einloggen: "Sämtliche Benutzerdaten von studiVZ sind bereits im Netz veröffentlicht worden. Da musste man noch nicht einmal hacken, um das System zu knacken."

Im Internet gibt es auch die Möglichkeit, dass deutsche Internet-Surfer ausländische Angebote wie beispielsweise die Foto-Plattform Flickr nutzen. Der weltweite Social-Community-Marktführer Facebook hat inzwischen ein deutschsprachiges Angebot eingerichtet. Die Firma hat allerdings keine deutsche Niederlassung. Laut Nutzungsbedingungen gilt das Recht des US-Bundesstaates Delaware.

Die weitergehenden deutschen Datenschutzrechte kann der Nutzer damit nicht in Anspruch nehmen, wie Anja-Maria Gardain, Sprecherin des Berliner Datenschutzbeauftragten erklärt: "Bei Anbietern, die einen Sitz in Deutschland haben, hat der Nutzer weitergehende Datenschutzrechte. Dies betrifft etwa den Anspruch auf Berichtigung oder Löschung von Daten sowie ein Auskunftsrecht."

Wer sich in seinem Online-Profil verdächtig macht, der kann möglicherweise schon bald Post von Ermittlungsbehörden bekommen. Zwar dürfen die Anbieter laut Gardain Daten, die dem Telekommunikationsrecht unterliegen, nur dann herausgeben, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt. Bei studiVZ und den angeschlossenen Communities geht die Kooperation mit den Behörd



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