Datenautobahn: Ausblick für 2010

dpa-AFX | 30.12.2009
Bild: Datenhighway


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Frankfurt - Die Telekomkonzerne stehen vor einem Problem: Investitionen in die Netzinfrastruktur kosten mehrere Milliarden, gleichzeitig bremst der harte Preiswettbewerb das Umsatzwachstum. Dienste rund um das Internet und das Netz auf dem Handy sind der Rettungsanker, an den sich die Konzerne auch 2010 als Wachstumsstrategie klammern. Telekom-Chef Rene Obermann macht aus der Not eine Tugend und kündigte jüngst für seinen Konzern eine "Strategie 2.0" an. Doch bevor das Konzept aufgeht, müssen die Unternehmen wohl erneut Geld in die Hand nehmen.

Von der Wirtschaftskrise blieb die Branche zwar weitgehend verschont. Dennoch sieht der Branchenverband Bitkom den gesamten deutschen Telekommarkt 2010 um knapp ein Prozent schrumpfen. Technologische Neuerungen sowie die Eingriffe der Regulierungsbehörden seien für das Minus verantwortlich. Bereits 2009 beklagten die Mobilfunkbetreiber unter niedrigeren Roaming-Gebühren und Entgelte für Gespräche aus fremden Netzen. Die Einnahmen im Festnetzgeschäft stehen angesichts des harten Wettbewerbsumfelds schon seit langem unter Druck. Hoffnungsträger ist nun das Geschäft mit Diensten rund um das Internet wie Triple-Play-Angeboten und mit mobilen Breitbandanschlüssen. Der Branchenverband Bitkom rechnet 2010 für die Datendienste mit einem Wachstum von 3,6 Prozent.

Gleichzeitig fehlt in vielen Teilen Deutschlands noch die notwendige Infrastruktur - nicht nur für mobiles Internet. Auch für Zusatzdienste wie Internetfernsehen und Videodownload sind die Leitungen vielerorts noch nicht ausgelegt. Laut Bitkom hatten Mitte 2009 erst 60 Prozent der Haushalte in Deutschland einen Breitbandanschluss, und das obwohl die Bundesregierung bis Ende 2010 flächendeckend Übertragungsraten von einem Megabit je Sekunde verspricht. Bis 2014 sollen sogar drei Viertel der Haushalte mit Anschlüssen von 50 Megabit je Sekunde versorgt werden.

Ein Baustein der Breitbandstrategie ist die so genannte "Digitale Dividende" - alte Rundfunkfrequenzen, die 2010 an die Mobilfunkbetreiber versteigert werden sollen. Sie soll mobilen Breitbandverbindungen zum Durchbruch verhelfen und die Menschen überall dort versorgen, wo der Aufbau von festen Datenleitungen zu teuer ist. Geplant ist die Auktion für das zweite Quartal 2010. Allerdings haben die kleineren Mobilfunkbetreiber O2 Telefonica und E-Plus bereits Klage eingereicht, weil sie sich benachteiligt sehen. Als sicher gilt, dass die Versteigerung nur einen Bruchteil der Erlöse der UMTS-Auktion zur Jahrtausendwende in die Staatskassen spülen wird. Damals nahm der Bund 50 Milliarden Euro ein.


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