Daten-Roaming: EU drückt auf Kostenbremse
Brüssel - Wenn man im EU-Ausland mit dem Handy im Internet surft, erlebt man beim Lesen der nächsten Telefonrechnung häufig eine böse Überraschung. Deshalb will die EU-Kommission im Juni einen Vorschlag vorlegen, in dem alle Mobilfunkanbieter zu Preisobergrenzen verpflichtet werden. Dem folgend soll die Nutzung von mobilem Internet im EU-Ausland von Juni 2012 an je Megabyte maximal 90 Cent (plus Mehrwertsteuer) kosten.
Bis 2014 sollen die Höchstpreise dann auf 50 Cent pro Megabyte gesenkt werden. Heute zahlt man im Schnitt 2,50 Euro. Auch Handy-Gespräche im Ausland sollen weiter billiger werden.
Es wäre das erste Mal, dass die Verbraucherpreise beim mobilen Internet geregelt würden, sagten EU-Diplomaten am Donnerstag in Brüssel und bestätigten damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bislang regelt die EU-Kommission nur die entsprechenden Großhandelspreise und verpflichtet Anbieter darüber hinaus, die Verbraucher zu warnen, wenn ihre Kosten für die Internetnutzung die Grenze von 50 Euro überschreiten.
Die EU-Kommission will außerdem die Roaming-Gebühren für Handy-Gespräche im EU-Ausland weiter senken: Pünktlich zur Urlaubssaison im Juni 2012 soll laut Plan jeder abgehende Anruf pro Minute maximal 32 Cent (plus Mehrwertsteuer) kosten, ab 2014 nur noch 24 Cent. Heute müssen Verbraucher mit bis zu 39 Cent pro Minute rechnen. Eingehende Anrufe sollen in Zukunft maximal 10 Cent pro Minute kosten, ebenso wie versendete SMS-Nachrichten.
Roaming-Gebühren fallen für Gespräche an, die ein Handy-Besitzer außerhalb des eigenen Netzes im Ausland führt. Mobilfunkanbieter sind seit 2007 verpflichtet, die Obergrenze für die Gebühren zu senken. Diese Reglung läuft allerdings 2012 aus. Der Vorschlag der Kommission sieht vor, die Frist bis 2016 zu verlängern.
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