Das Netz weiß Bescheid: Frage-Antwort-Portale haben Konjunktur
Jedenfalls sind zuletzt etliche Frage-Antwort-Portale an den Start gegangen. Eines ist http://www.gutefrage.net, betrieben von Holtzbrinck eLAB, einer Tochter des Holtzbrinck-Verlags. Zwei spezialisierte Ableger davon sind http://www.sportlerfrage.net und http://www.motorradfrage.net. Lycos ist mit iq.lycos.de vertreten, Yahoo mit Clever - zu erreichen unter answers.yahoo.com.
Generell gilt für die Experten-Communitys, was auch für Wikipedia und andere Angebote im Web 2.0 gilt: mit Vorsicht genießen, denn keiner garantiert für die Richtigkeit. Doch viele Antworten sind hilfreich und lesenswert. So schreibt etwa unter Gutefrage.net Userin "GrueneFee" zum Diskussionspunkt, wie lange die neuen Bundesländer wohl noch "neu" sind: auch in 100 Jahren noch. Schließlich handle es sich hier um eine Bezeichnung mit geschichtlichem Wert.
Schon seit mehreren Jahren am Start ist http://www.wer-weiss-was.de vom Unternehmen epublica aus Hamburg. Mehr als 363 000 Experten sind mit ihren Fachgebieten registriert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Seiten gibt es hier neben der themenorientierten Suche nach bereits bestehenden Fragen und Antworten auch eine Expertensuche: Der Nutzer gibt ein Stichwort ein und bekommt die Experten dazu aufgelistet.
Wer sich etwa über eine Ameisenkolonie im Wohnzimmer ärgert und wissen möchte, wie er sie am schnellsten loswird, tippt ins Suchfeld "Ameisen" - und kann dann aus 26 Experten einen auswählen, den er per E-Mail um Rat bitten will. Praktischerweise ist in der Liste der Experten ersichtlich, wie häufig diese in ihre E-Mail-Fächer schauen.
Vom Aufbau her sind sich die Portale ähnlich: Auf der Startseite sind jeweils die aktuellen Fragen zu sehen. Zu weiteren - schon nach Fachgebieten geordnet - kommt der Nutzer über die Suche oder über unterschiedlich detaillierte Navigationsleisten am Rand. Während wer-weiss-was.de hier sieben Bereiche mit Oberbegriffen wie "Technik" und "Freizeit" überschreibt, unterscheidet Yahoo in seinem Clever-Dienst schon auf der Startseite zwischen 26 Kategorien. Bei allen Portalen werden besonders gute Fragen und Antworten zusammenfasst und auf die Startseite gestellt.
Das Bewerten der Fragen, Antworten und Experten selbst ist nicht nur eine Orientierungshilfe. Es ist auch ein Anreiz für die Nutzer, sich Zeit beim Stellen und Beantworten der Fragen zu nehmen. Die Bewertung erfolgt oft durch Punkte - wobei man bei IQ von Lycos sogar zum "Professor" oder "Nobelpreisträger" werden kann. Anderswo dienen Level als Qualitätsanzeiger.
Allen Portalen gemein ist die Registrierungspflicht: Nur wer sich einen Benutzernamen zugelegt und wenigstens Namen und E-Mail-Adresse verraten hat, darf Fragen stellen und Antworten geben. Diese Hürde nutzen die Betreiber zur Kontrolle - und um einen Mindestgrad an Seriosität sicherzustellen.
Denn klar ist: Aus dem bunten Frage-und-Antwort-Salat sind nicht nur erstklassige Statements herauszupicken, wie es etwa bei Anbietern zu erwarten wäre, die Recherche gegen Bezahlung anbieten. Doch ein Beitrag, der definitiv falsch ist, kann immer noch witzig sein - wie der von User "halbermeister": Er glaubt, dass die neuen Bundesländer dann alt werden, wenn "uns" die Spanier Mallorca überlassen haben.
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