Dänen streiten über neues Kohlekraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern

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Kopenhagen (dpa) - Pläne des dänischen Energiekonzerns Dong Energy für den Bau eines neuen Kohlkraftwerkes in Mecklenburg-Vorpommern haben heftigen politischen Streit in Kopenhagen ausgelöst. Nach einer kritischen TV-Sendung über das auch in Deutschland umstrittene Projekt in Lubmin bei Greifswald wollen drei Oppositionsparteien im Kopenhagener Folketing einen Stopp mit Hilfe der staatlichen Aktienmehrheit bei Dong erzwingen.

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Die Umweltsprecherin der Volkssozialisten, Anne Grethe Holmsgaard, sagte der Zeitung "Berlingske Tidende" (Dienstagausgabe): "Kohlekraft ist die völlig falsche Technologie, wenn wir die CO2-Emissionen herunterbringen wollen." Sie warf Dong vor, das Kraftwerk in Deutschland ohne jede Rücksicht auf die Klimaproblematik ausschließlich kommerziell und mit Blick auf den eigenen Verkaufswert beim angepeilten Börsengang zu planen.

Klimaministerin Connie Hedegaard erklärte unmittelbar vor der Abreise zur UN-Klimakonferenz auf Bali, ihr seien die Pläne für den Kraftwerksbau in Mecklenburg-Vorpommern neu. In Dänemark selbst dürfen wegen der CO2-Emissionen keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut werden.

Der Vorsitzende des dänischen Ingenieurverbandes (IDA), Lars Bytoft, warf Dong in einem TV-Programm vor, um die Zustimmung von Politikern und Bürgern in Mecklenburg-Vorpommern mit Bestechung geworben zu haben. Er sagte "Berlingske Tidende", auch wenn dabei keine Gesetze gebrochen worden seien, seien Dongs Geschenke an deutsche Vereine und Schulen "am Rande des moralisch Vertretbaren". "Ich frage mich schon, ob Dong das auch in Dänemark so gemacht hätte", meinte Bytoft weiter.

Dong-Chef Anders Eldrup erklärte dazu, das sei "völlig normale Praxis". Er verteidigte das Projekt in Mecklenburg-Vorpommern mit einer geplanten Jahresleistung von 1600 Megawatt sowie einem CO2-Ausstoß von zehn Millionen Tonnen damit, dass "die Nutzung von Kohlekraft auf lange Sicht notwendig ist". Vertreter aus dem Mitterechts- Regierungslager von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen sowie auch von der sozialdemokratischen Opposition verteidigten das Projekt.



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