CSU: AKW-Laufzeitverlängerung um mindestens zwei Jahrzehnte

ddp | 13.04.2010
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München - "Um mindestens zwei Jahrzehnte" will die CSU die Laufzeiten von Atomkraftwerken in Deutschland verlängern. Dies sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Ein dementsprechendes Energiekonzept wolle der CSU-Parteivorstand während seiner Klausurtagung am kommenden Wochenende beschließen. In dem notwendigen "Energiemix" müssten laut Huber sowohl erneuerbare Energien als auch Atomenergie vertreten sein.


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Huber hat das Energie-Papier gemeinsam mit dem bayerischen Umweltminister Markus Söder (CSU) verfasst. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Landtags fügte hinzu, das Konzept solle die Grundlagen einer "sicheren, klimafreundlichen und wirtschaftlichen Energieversorgung" Bayerns in den nächsten 20 Jahren beschreiben. Dabei gehe es um einen "Dreiklang aus Sparen, Effizienz und Innovation".

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hatte bereits am Montag in einem ddp-Interview gesagt, die Kernenergie müsse als "Brückentechnologie" erhalten bleiben. Nur so könne die Bezahlbarkeit und die Sicherheit der Energieversorgung bewahrt bleiben. Ziel sei es jedoch, unabhängiger von der Nutzung der Kernenergie zu werden. Dies solle mit mehr Effizienz, mehr Sparsamkeit und dem Umstieg auf regenerative Energien geschehen.

Bayerns Grünen-Chef Dieter Janecek kritisierte, die Pläne der CSU seien "etwa so modern wie eine Dampfmaschine". Er fügte hinzu: "Anscheinend sind da einige Sicherungen durchgebrannt. Wer Atomkraftwerke über das Jahr 2040 hinaus laufen lassen will, spielt mit der Sicherheit und Leben der Bürgerinnen und Bürger." Außerdem behindere die Atomkraft den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der Vorsitzende der Freien Wähler in Bayern, Hubert Aiwanger, nannte die Verlängerung der Atomkraftwerk-Laufzeiten "verantwortungslos". Die CSU mache "blinde Atompolitik mit einem grünen Feigenblatt zwischen den Zähnen". Aiwanger forderte zugleich: "Die AKW-Betreiber müssen endlich dazu verdonnert werden, für die Kosten der Atommüllendlagerung vollumfänglich aufzukommen."



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