Chemie- und Bergbaukonzern RAG künftig auch Energieriese
Das saarländische und einen Teil seines deutschen Energiegeschäft fasst der Konzern in der neuen Tochter "Saar Energie AG" unter strategischer Führung der Steag zusammen. An der Steag erhält zudem der Versorger RWE (Essen), der StromEnergie von STEAG-Kohlekraftwerken bezieht, einen grösseren Anteil.
Die Tochter RAG Saarberg wird mit Beschluss des Saarberg- Aufsichtsrates aufgelöst. Die Energieaktivitäten von Saarberg gehen in die Saar Energie über. Die neue SaarEnergie AG mit rund 1900 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von 250 Millionen Euro wird ihren Sitz in Saarbrücken haben. Vorstandschef der Saar Energie wird Wolfgang Cieslik, derzeit Chef der RAG Verkauf GmbH. Er löst Joachim Geisler ab, der das Unternehmen verlässt. Die Gewerkschaft IG BCE hatte am Donnerstagabend die Neustrukturierung begrüsst. Es würden keine Arbeitsplätze verloren gehen.
Im Zuge des Erhalts von 10 000 Arbeitsplätzen im Saarland, den Bergbau eingeschlossen, verlangt die RAG einem Zeitungsbericht zufolge als Gegenleistung Steinkohle-Subventionen von der Landesregierung im Saarland. Ministerpräsident Peter Müller habe bei einem Telefonat mit RAG-Chef Werner Müller den Abschluss eines Rahmenabkommens über die Sicherung der rund 10 000 Jobs an der Saar gefordert und der RAG-Chef im Gegenzug auf eine Beteiligung des Landes an den Subventionen gepocht, berichtet die "Financial Times Deutschland" am Freitag.
Die RAG lehnte dazu eine Stellungnahme ab. Am Wochende trifft sich die Führungsspitze des Konzerns in München zu ihrer jährlichen internen Tagung, an der auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) teilnehmen werde, sagte ein RAG-Sprecher.
Das Saarland war anders als das grössere Kohleland Nordrhein- Westfalen Ende der 90er Jahre aus der Finanzierung der Steinkohle ausgestiegen. Den Löwenanteil der für 2006 bis 2012 beschlossenen Staatshilfen von insgesamt knapp 16 Milliarden Euro trägt der Bund.
Ministerpräsident Müller dringt auf eine neuen Rahmenvereinbarung sowie Zusagen zu Ausbildungsplätzen, künftigen Investitionen in Kraftwerksstandorte und zur Weiterentwicklung von überregionalen Geschäftsaktivitäten.
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