Chefwechsel bei Vattenfall beschlossen
- Chef der deutschen Vattenfall-Tochter soll abgelöst werden
- Vattenfall-Chef will "Vertrauenskrise" überwinden
- Vattenfall will auch sein Stromnetz in Schweden verkaufen
- Handelsblatt: Vattenfall steht kurz vor dem Verkauf seines Stromnetzes
- Wirtschaftskrise trifft Vattenfall im dritten Quartal
- Deutsche Atomkraftwerke stehen bis zu fast einem Drittel still
gesamtes Archiv
Stockholm - Laut Medienberichten will der schwedische Energiekonzern Vattenfall am heutigen Montag seine Führungskrise beenden. Nach Informationen der Zeitung "Göteborgs-Posten" einigte sich der Aufsichtsrat am Sonntag auf einen Nachfolger für den von der Regierung fallengelassenen Konzernchef Lars G. Josefsson.
Heute soll bekanntgegeben werden, ob wie erwartet der bisherige Chef der niederländischen Vattenfall-Tochter Nuon, Øystein Løseth, neuer Chef wird. Es hieß weiter, möglich sei auch eine Entscheidung für Tuomo Hatakka, der bisher an der Spitze von Vattenfall in Deutschland und Polen steht.
Schwedens größter Staatskonzern ist vor allem wegen seiner deutschen Tochter massiv in die Kritik geraten. Josefsson wird von der Regierung in Stockholm unter anderem die Unterschrift unter einer unbegrenzten Haftungsverpflichtung für die beiden norddeutschen Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel angelastet.
Er wird auch verantwortlich gemacht für die Pannenserie in beiden Anlagen, die seit über zwei Jahren praktisch permanent stillstehen. Die schwedische Regierung will Vattenfall überdies zu mehr Anstrengungen beim Einsatz erneuerbarer Energien zwingen und ist unzufrieden mit der bisherigen Konzentration auf Kohle, Gas und Kernkraft.
Auslöser für die Empörung der schwedischen Regierung über Josefsson war, dass sie erst jetzt feststellte, dass der Mutterkonzern in letzter Instanz für alle möglichen Schäden in den Atomkraftwerken haften muss. Stockholm sei bisher davon ausgegangen, dass es nur eine Haftung für die deutsche Tochter Vattenfall Europe gebe und das Unternehmen in Schweden durch "brandsichere Wände" davon abgetrennt sei.
Als umstritten galt bis zuletzt, ob der seit 2000 amtierende Josefsson sofort abtreten muss. Zwei Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat wollen ihren Boykott wegen "kompletten Vertrauensverlustes" erst wieder aufheben, wenn der bisherige Chef seine Arbeit eingestellt hat.
Weitere Nachrichten vom 16.11.2009
- Atomholding Rosatom: Russland erstickt an radioaktivem Müll
- Telekom muss Schaltverteiler für Konkurrenten einrichten
- Studie: Energieverbrauch geht innerhalb Europas erstmals deutlich zurück
- Datenschutzbeauftragter will nach Datenskandalen Behörden kontrollieren
- Atombranche ärgert sich über schwarz-gelbe Koalition
- Mit LED-Lichterketten in der Weihnachtszeit Strom und Geld sparen
- Erster deutscher Offshore-Windpark alpha ventus fertiggestellt
- Apple setzt sich vor Gericht gegen PC-Nachbauer durch
- Ermittlungen in Telekom-Spitzelaffäre kurz vor dem Abschluss
- Russland und EU einigen sich auf Energie-Frühwarnsystem
- Deutsche Telekom soll Regierungsmitglieder mit Sicherheitshandys ausstatten
- Ölpreise im Aufwärtstrend

