Chefwechsel bei Energie-Riesen RWE und EnBW
"Ihnen wie mir ist bewusst, dass die RWE keine Revolution braucht, keinen Aktionismus, sondern eine konsequente und moderne Weiterentwicklung entlang der bisherigen Fokussierung auf Energie - doch mit gesteigertem unternehmerischen Elan", heißt es in dem Brief. RWE wolle künftig führend sein bei Innovationen, Umwelttechnologien und beim Einsatz von erneuerbaren Energieträgern.
Der zunächst zum 1. Februar 2008 angekündigte Wechsel an der Konzernspitze hatte zuvor zu Diskussionen um ein Machtvakuum gesorgt. Ursprünglich sollte Großmann zum 1. November zunächst als einfaches Vorstandsmitglied unter der Regie seines Vorgängers Roels bei RWE eintreten, um dann drei Monate später den Chefposten zu übernehmen. Erst vor etwas mehr als einer Woche hatte der Aufsichtsrat dem vorgezogenen Wechsel zugestimmt.
EnBW-Chef Villis stellte sich am ersten Arbeitstag dem Städtetag Baden-Württemberg vor. Dieser erste Termin sei Ausdruck seiner Wertschätzung für Städte und Gemeinden, hieß es bei der EnBW. Gemeinden vergeben sogenannte Konzessionsrechte. Sie haben daher große Bedeutung für den Stromversorger. Mit Konzessionsrechten erwerben Energieversorger das Recht, Stromleitungen über Gemeindegebiet zu führen.
Claassen hatte sich trotz steigender Umsätze, wachsender Überschüsse und sinkender Schulden nicht überall Freunde gemacht. Der selbstbewusste Sanierer und Ex-Unternehmensberater eckte immer wieder medienwirksam an. Auch sein Millionengehalt sowie die Höhe seiner Pensionszahlungen sorgten für Gerede. Der aus einer Bergmannsfamilie stammende Villis gilt hingegen als bodenständig, ruhig und sachlich.
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe gehört zu den vier größten deutschen Stromversorgern. Hauptanteilseigner sind die Electricité de France (EdF) und der Kommunalverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW).
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