Chef der Strahlenschutzbehörde kritisiert Unions-Pläne für Gorleben
dpa
Berlin/Salzgitter (dpa) - Bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Abfall aus Atomkraftwerken hat der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, die Haltung der Union kritisiert. Er sagte dem Berliner "Tagessiegel" (Donnerstag), der Plan der Unionsparteien, ausschließlich den Salzstock Gorleben zu prüfen, berge die Gefahr, dass das Verfahren am Ende vor den Gerichten scheitere. Im schlimmsten Fall hätte man dann nach 20 Jahren einen geologisch geeigneten Standort, der aber wegen Verfahrensmängeln nicht genehmigt werden könne, weil der Nachweis fehle, ob andere Standorte vielleicht sicherer wären.
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Deutschland solle dem Vorbild der Schweiz folgen und die Bürger umfassend an einem offenen Verfahren zur Bewertung verschiedener Standorte beteiligen, forderte der Behördenchef, der Mitglied der Grünen ist. Die Behauptungen von Gegnern wie Befürwortern, die Eignung oder Nichteignung von Gorleben sei schon bewiesen, seien nicht hilfreich. Auf beiden Seiten würden Sicherheitsanalysen durch Glaubensbekenntnisse ersetzt. Entscheidend sei vielmehr, dass wie in der Schweiz erst die Sicherheitsanforderungen genau definiert und anschließend alle infrage kommenden Standorte daran gemessen werden.
Die nötige Akzeptanz eines Endlagers bei den Bürgern werde durch die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angestrebte Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke gefährdet, warnte König. Schon jetzt gebe es 12 500 Tonnen hoch gefährlicher Atomabfälle. Mit jedem weiteren Betriebsjahr kämen 450 Tonnen hinzu. Wachse diese Abfallmenge immer weiter, sei eine breite Zustimmung der Bevölkerung zu einem Endlager schwer zu erreichen.
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