Chef der Monopolkommission: Stromkonzerne brauchen keine Absprachen
dpa, Verivox
Hamburg (dpa) - Der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Basedow, hat in einem "Zeit"-Interview den Vorwürfen widersprochen, dass die großen Stromkonzerne ihre Preise absprechen. Ihm seien "keine Tatsachen bekannt, die Absprachen zwischen den Konzernen belegen würden", sagt Basedow der Wochenzeitung "Die Zeit". Grundlage der hohen Strompreise seien die "relativ einheitlichen Großhandelspreise", die sich an der Leipziger Strombörse "unter maßgeblichem Einfluss der vier großen Stromkonzerne" bilden. Die Stromkonzerne bräuchten "keine Absprache, um sicherzustellen, dass der Preis hoch bleibt".
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Zu den Vorwürfen des Bundeskartellamts gegen große Energiekonzerne, speziell E.ON und RWE, dass Belege für Preisabsprachen gefunden worden seien, sagte Basedow, die Behörde müsse genau hinschauen. "Und die Preishöhe ist immer ein Grund, aufmerksam und misstrauisch zu sein." Die Energieunternehmen seien außerdem Mitgesellschafter der Stromhandelsbörse in Leipzig. "Die Monopolkommission fordert deshalb eine striktere Kontrolle der Leipziger Börse."
Skeptisch beurteilt Basedow die Bemühungen der deutschen und europäischen Politik, für mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu sorgen. Der Markt könne "nicht über eine weitere staatliche Regulierung der Preise ins Lot" gebracht werden. Mit dem Vorhaben, die Preise in Zukunft stärker kontrollieren zu wollen, setze Bundeswirtschaftsminister Michael Glos "auf ein völlig untaugliches Instrument".
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