CeBIT-Nachlese: Es geht wieder voran - Alle zufrieden
Die Deutsche Messe AG fand ein wenig das Selbstbewusstsein wieder, das in den vergangenen Jahren angesichts rapide sinkender Besucher- und Ausstellerzahlen abhanden gekommen war. "Der CeBit-Aufschwung hat begonnen", verkündet Messe-Vorstand Ernst Raue. Ein Viertel der Besucher kamen aus dem Ausland, mehr als Konkurrenzveranstaltungen Gäste habe. Der rückläufige Trend der CeBIT sei gestoppt. Die Zahl der Fachbesucher sei mit rund 85 Prozent höher gewesen als vor einem Jahr. Das Konzept, Verbraucher und Geschäftsleute über die preiswerten Tickets am Wochenende zu trennen, sei voll aufgegangen.
Aussteller zeigten auf der CeBIT in diesem Jahr die konkreten Anwendungen, die vor einem Jahr lediglich Visionen waren. Es gab bei vielen wieder den jahrelang vermissten "Wow-Effekt" angesichts der neuen technischen Möglichkeiten. Der schnelle Mobilfunkstandard UMTS, die so genannte dritte Generation, geht nach mehreren Rückschlägen und Milliarden- Investitionen an den Start. Die Betreiber schalten ihre UMTS-Netze frei, erste Handy sind erschwinglich, auch wenn die Betreiber mit den Endgeräten noch nicht zufrieden sind.
Konkurrenz könnte dem schnellen Handy-Standard aber von einer Technologie drohen: W-Lan. Deutschland soll zum Hot-Spot werden, verkündet die Deutsche Telekom. W-Lan bietet einen superschnellen, mobilen Zugang zum Internet. So will etwa T-Com schon bald ihren DSL- Kunden anbieten, Festnetzgespräche auf die Hot-Spots umzuleiten, von dort aus zu surfen oder Daten zu verschicken und mit W-Lan-fähigen Handys zu telefonieren - zu Festnetzpreisen. Wer dann noch UMTS nutzt, bleibt die Frage.
Das Internet drängt auch mehr und mehr in die Privathaushalte. Einige Aussteller zeigten das so genannte Voice over IP (Internet Protocol), das Telefonieren übers Internet. Die Qualität lässt sich vom herkömmlichen Festnetz nicht mehr unterscheiden. Kleine Kisten machen es möglich, weiter das analoge Telefon zu nutzen - und das zu Minutenpreisen von 1 Cent. Wer einen anderen Internet-Telefon- Nutzer anruft, zahlt nichts - und das weltweit.
Die CeBIT 2004 zeigte auch, dass sich der Siegeszug des Digitalen in den Büros ebenso wie in den Wohnzimmern kaum mehr stoppen lässt. In der Unterhaltungselektronik hat der Umsatz mit Digital-Geräten den mit analogen längst hinter sich gelassen. Technologisch wächst mehr und mehr zusammen, was nach Einschätzung der Kunden zusammengehört - und dabei werden die Handys zum Allzweckbegleiter: Telefon, Terminplaner, Adressenspeicher, Wecker, Datenübermittler, Walkman, Fotoapparat und Videokamera mit bis zu zwei Stunden Aufnahmekapazität.
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