Bundesregierung will Beimischung von Biosprit deutlich erhöhen
Langfristig soll stärker auf Biokraftstoffe der zweiten Generation gesetzt werden. Dabei handelt es sich um Treibstoff, der etwa durch Synthese-Verfahren aus Holz, Stroh oder Klärschlamm gewonnen wird. Solche Techniken sollen der Strategie zufolge spätestens bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts eine Alternative zu den bisherigen Treibstoffen werden. So solle auch verhindert werden, dass die Biokraftstoffe zu einer Konkurrenz für Nahrungsmittel werden. Damit solle die Beimischungs-Quote bis 2020 auf 20 Prozent steigen.
Gabriel sagte, künftig solle bei Biosprit in Deutschland und im Ausland kontrolliert werden, ob er aus "nachhaltigem Anbau" stamme. Kritiker hatten immer wieder bemängelt, dass Biokraftstoff oft aus Regionen stamme, wo für seine Herstellung auch Moore abgebrannt oder Regenwälder abgeholzt werden. Für die Zertifizierung könne es künftig unter anderem bilaterale Abkommen mit wichtigen Biosprit-Lieferanten wie Brasilien geben, sagte Gabriel.
Zudem werde die Biosprit-Beimischung künftig nach der so genannten Nettobilanz erfolgen, sagte Gabriel. Dabei wird bei der Beimischung des Biokraftstoffs nur noch der tatsächliche Beitrag zur CO2-Senkung angerechnet. Der CO2-Ausstoß, der bei seiner Herstellung verursacht wurde, wird abgezogen. Das heißt, dass von Biokraftstoffen mit einer besseren Klimabilanz künftig zur Erfüllung der Quote weniger beigemischt werden muss.
Landwirtschaftsminister Seehofer wies darauf hin, dass auch ein absehbares Ende der so genannte Flächenstilllegung weitere Kapazitäten für den Anbau von Biokraftstoffen schaffen werde. Heute werden Bauern mit Steuergeldern dafür belohnt, dass sie Flächen stilllegen. Die Stilllegung werde in den kommenden zwei Monaten auf europäischer Ebene beendet, sagte Seehofer. Derzeit würden rund 13 Prozent der Ackerfläche in Deutschland für Bioenergie-Pflanzen genutzt. Dieser Wert könne in den kommenden Jahren verdoppelt werden. Zuletzt waren immer wieder Warnungen aufgekommen, durch den zunehmenden Anbau von Biopflanzen könne sich das Angebot an Lebensmitteln verknappen und dadurch verteuern.
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