Bundesnetzagentur genehmigt gekürzte Stromnetzentgelte von E.ON
"Die Entgeltgenehmigung steht in keinem Zusammenhang mit der Diskussion um einen Verkauf des E.ON-Übertragungsnetzes, sondern wurde völlig unabhängig davon vorbereitet und abgeschlossen. Dennoch zeigt auch diese Entscheidung, dass unserer Genehmigungspraxis eine gründliche Analyse der sehr vielfältigen und komplexen Kostenfaktoren bei den Netzen vorausgeht und begründete Kostensteigerungen auch vollständig berücksichtigt werden. So wurden z. B. die erheblich gestiegenen Kosten, die aus der sog. Veredelung der eingespeisten Strommengen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (Ausgleich der unsteten Windenergie) resultieren, anerkannt. Diese Strommengen werden bundesweit zwischen den Übertragungsnetzbetreibern ausgeglichen und führen bei allen deutschen Übertragungsnetzbetreibern zu stetig steigenden Kostenbelastungen. Ebenso konnten die vom Netzbetreiber geltend gemachten und gerechtfertigten sonstigen strompreisgetriebenen Kosten bei der Regel- und Verlustenergie durch Kürzungen bei anderen Kostenpositionen kompensiert werden. Dies macht deutlich, dass sich Kosten erhöhende und Kosten senkende Positionen gegenüberstehen und das Gesamtergebnis eine sachgerechte Abwägungsentscheidung ist", erläuterte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.
Vor dem Hintergrund der Diskussion über einen möglichen Verkauf des Stromnetzes durch die E.ON AG und die damit verbundenen Fragen zur Sicherheit und Qualität des Stromnetzes verwies Kurth auf die aktuellen Daten zur Versorgungsqualität im Strombereich. Der von der Bundesnetzagentur ermittelte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) für die Versorgungsqualität im Strombereich liegt für das Jahr 2006 bei 21,53 Minuten. Der nach international anerkannten Methoden ermittelte Index gibt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung in Minuten je angeschlossenem Letztverbraucher an.
"Ein SAIDI von rund 21 Minuten bestätigt die hohe Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland auch im Vergleich mit den europäischen Nachbarn. Im Jahr 2006 lag beispielsweise der SAIDI-Wert für Österreich bei 48,07 Minuten, für Ungarn bei 121 Minuten. Die guten Werte dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir einen erheblichen Instandhaltungs- und Ausbaubedarf in den Netzen haben. Wenn wir diese Werte auch in Zukunft halten wollen, muss bei den Investitionen sowie beim Neu- und Ausbau zügig vorgegangen werden", so Kurth.
Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet jeden Netzbetreiber, eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. "Das gesetzliche Regulierungsinstrumentarium gewährleistet, dass die Stromversorgung auch bei einem Wechsel des Eigentümers des Netzes sicher bleibt", betonte Kurth.
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