Bundesdatenschutzbeauftragter kritisiert Onlinebrief
Berlin - Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert mögliche Sicherheitsmängel bei dem von der Bundesregierung geplanten Onlinebrief. Er sagte in einer Stellungnahme in der "Berliner Zeitung", es sei "von zentraler Bedeutung, dass die Kommunikation der Nutzer wirksam gegen die Kenntnisnahme Dritter geschützt wird".
"Es reicht daher nicht aus, dass nur die Diensteanbieter bei De-Mail untereinander verschlüsselt übertragen sollen." Notwendig sei hingegen eine "echte Ende-zu-Ende-Sicherheit zwischen Absender und Empfänger".
Der Onlinebrief soll im kommenden Jahr starten und Verbrauchern künftig den rechtssicheren Schriftverkehr über das Internet ermöglichen. Technisch handelt es sich dabei um E-Mails - allerdings mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen.
Experten hatten kritisiert, dass die De-Mails beim Versenden zwischenzeitlich bis zu zweimal kurzzeitig entschlüsselt werden, anstatt vom Absender bis zum Empfänger durchgehend verschlüsselt zu bleiben. Die De-Mail-Betreiber halten das nicht für eine Sicherheitslücke, da das Entschlüsseln auf hochgradig sicheren Servern geschehe.
Schaar forderte nun, die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung müsse im De-Mail-Gesetz vorgeschrieben werden. Dieses soll der Bundestag im Herbst verabschieden. Darin wird Unternehmen vorgeschrieben, welche Bedingungen sie erfüllen müssen, um De-Mails anzubieten.
Federführend bei De-Mail ist die Deutsche Telekom, zudem will United Internet mit seinen Töchtern GMX und web.de den Dienst ab 2011 anbieten.
Weitere Nachrichten vom 22.07.2010
- E.ON plant Umfirmierung
- Ist Motorola Opfer von Industriesponage?
- Röttgen will keine deutliche Atom-Laufzeitverlängerung
- Bundesfinanzminster: Ökosteuer-Rabatte bleiben erhalten
- Nokia: Schwäche bei Smartphones führt zu Gewinneinbruch
- China will System für Emissionshandel einführen
- Wüstenstromprojekt Desertec geht schneller voran als gedacht
- Sicherheitslücke in Windows - Softwareupdate erscheint in Kürze
- Bitkom: Rekordausgaben für Internetwerbung
- Nord- und Ostsee gewinnen für Windkrafterzeuger an Bedeutung
- Google hat wegen Datensammelei Ärger mit 38 US-Bundesstaaten
- Wollen Siemens und Nokia aus NSN aussteigen?
- Vattenfall testet CO2-fressende Algen in Braunkohlekraftwerk
- Verbraucherzentrale: Finger weg von Internet-Tauschbörsen
- Was Navigationsgeräte dank Internetanbindung alles können
- Facebook hat eine halbe Milliarde Mitglieder
- Studie: Atommeiler verursachen keine Fehlbildungen bei Babys
- Datenschützer: Nicht alle Dienste bei einem Anbieter nutzen
- Sparsame Elektrogeräte - welches Ökolabel steht wofür?
- Unsicherer Wachstumsausblick in den USA: Ölpreise fallen weiter

