Bulgarien will abgeschaltete Atomreaktoren wieder in Betrieb nehmen
dpa, Verivox | 21.01.2008
Sofia (dpa) - Die bulgarische Regierung hält an ihrem Ziel fest, zwei abgeschaltete Reaktoren im Kernkraftwerk Kosloduj wieder in Betrieb zu nehmen. "Die Entscheidung für ihre Abschaltung war politisch, die Reaktoren sind jedoch betriebssicher", sagte Regierungschef Sergej Stanischew am Montag auf einem Energieforum in der Hauptstadt Sofia. Die beiden 440-Megawatt-Blöcke in Kosloduj an der Donau waren wegen Sicherheitsbedenken Ende 2006 als Voraussetzung für den EU-Beitritt des Landes abgeschaltet worden.
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Erst am Freitag hatte Bulgarien mit Russland einen Vertrag zum Bau eines zweiten Kernkraftwerks bei der Donaustadt Belene unterzeichnet. Der erste von zwei 1000-Megawatt-Reaktoren soll 2013 fertiggestellt werden. Sofia bestehe auf einen weiteren Betrieb der abgeschalteten Reaktoren in Kosloduj, um bis dahin eine "Energiekrise auf dem Balkan zu vermeiden", hieß es. Wegen des harten Winters habe Bulgarien in der vergangenen Woche seine Stromexporte, die seit dem EU-Beitritt ohnehin eingeschränkt worden seien, ganz einstellen müssen, um den Eigenbedarf zu decken.
Bislang hat Bulgarien die EU-Kommission nicht zu einer Wiederinbetriebnahme der umstrittenen Reaktoren sowjetischer Bauart bewegen können, da ihre Stilllegung im EU-Beitrittsvertrag festgeschrieben ist. Sofia wolle nun Brüssel mit der Unterstützung anderer Balkanländer ansprechen, die Strom aus Bulgarien beziehen. In Kosloduj sind derzeit noch zwei 1000-Megawatt-Blöcke aus kommunistischer Zeit in Betrieb.
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