Bulgarien fordert Aufsichtsgremium im Gasmarkt
Sofia - Zum Auftakt einer Energie-Konferenz in Sofia am Freitag forderte Bulgarien die Gründung eines europäischen Aufsichtsgremiums im Gasmarkt. Aufgabe dieses unabhängigen Gremiums solle es sein, die Integration und die Entwicklung des Marktes nach einheitlichen Regeln zu gewährleisten, sagte Staatspräsident Georgi Parwanow in seiner Eröffnungsrede. Außerdem schlug er ein schnelles Eingreifen und die Unterstützung von Staaten vor, die wie zuletzt im Januar von Gaslieferstopps aus Russland betroffen sind.
Für das zweitägige Energie-Forum hatten sich in Sofia Präsidenten oder hochgestellte Vertreter aus 30 Staaten versammelt, die Gas fördern, durchleiten oder abnehmen. Der russische Regierungschef Wladimir Putin hatte wegen eines Streits mit Bulgarien über die "South-Stream"-Gasleitung seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.
Dabei habe Russland auf den Abschluss von bilateralen Gesprächen über die Projektierung noch vor dem Energie-Forum bestanden, erklärte Bulgariens Außenminister Iwajlo Kalfin wenige Stunden vor Konferenzbeginn im Privatfernsehen bTV.
Der Streit mit Moskau dreht sich nach Medienberichten um die Weigerung Bulgariens, Russland die Nutzung der Gasleitungen des Balkanlandes für das "South Stream"-Projekt zu erlauben. Bulgarien werde sein "nationales Interesse" verteidigen, betonte Außenminister Kalfin. Auf der ursprünglich als Gipfeltreffen angekündigten Energie- Konferenz in Sofia soll Russland durch Energieminister Sergej Schmatko vertreten sein. Aus Brüssel wurde EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erwartet.
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