Bulgarien berät über das Atomkraftwerk Kosloduj
Sofia - Dank einer Notversorgung mit Gas aus Griechenland hat Bulgarien am Dienstag eine Lockerung der drastischen Sparmaßnahmen angekündigt. Die großen Industriebetriebe könnten jetzt ihren Gasverbrauch erhöhen, sagte Regierungschef Sergej Stanischew in Sofia. Bulgarien erhalte seit Montagnachmittag 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas aus dem benachbarten Griechenland. Die nach dem Gasstopp aus Russland auf Öl umgeschalteten Heizkraftwerke sollen trotzdem vorerst auf den Erdgasverbrauch verzichten.
Die wieder aufgenommenen russischen Gaslieferungen durch die Ukraine sollen binnen 24 Stunden Bulgarien erreichen, teilte der heimische Versorger Bulgartransgas mit. Trotzdem wollte der Energieausschuss des Parlaments in Sofia am Dienstag über den Neustart eines der abgeschalteten Reaktoren im Atomkraftwerk Kosloduj an der Donau entscheiden. Damit soll Bulgarien seine Verluste vom zweiwöchigen Gasstopp aus Russland ausgleichen.
Die Anhänger der Wiederinbetriebnahme der beiden veralteten Kosloduj-Reaktoren wollten am Dienstag bei der Vertretung der EU-Kommission in Sofia ein Schreiben mit ihrer Forderung einreichen. Sie hatten am Sonntag in der bulgarischen Hauptstadt eine Großkundgebung organisiert. Die Stilllegung der 440-Megawatt-Blöcke sowjetischer Bauart war im Beitrittsvertrag Bulgariens als eine Voraussetzung für seine EU-Aufnahme 2007 festgeschrieben worden.
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