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Britisches AKW "verliert" Plutonium für 7 bis 8 Atombomben

dpa | 17.02.2005
Bild: Stromleitungen


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London (dpa) - Dem britischen Atomkraftwerk Sellafield sind im vergangenen Jahr 30 Kilogramm Plutonium "verloren gegangen" - durch Rechenfehler. Dies geht aus einem Prüfbericht über den dort aufbereiteten nuklearen Brennstoff für das vergangene Jahr hervor, wie die in London erscheinende Zeitung "The Times" am Donnerstag schrieb. Mit dem "vermissten" Plutonium könnten theoretisch sieben oder acht Atombomben hergestellt werden. Das Industrieministerium, die zuständige Aufsichtsbehörde und die Betreiber der grössten britischen Atomanlage betonten jedoch, der Bericht führe kein tatsächlich verlorenes Material auf.

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"Es handelt sich um einen Bilanzierungsprozess", teilte das Ministerium mit. Es sei nicht ungewöhnlich, dass dabei rein buchhalterisch Material verloren gehe, aber "es ist kein Hinweis für tatsächlich vermisstes Material". Nach den Angaben fehlten "auf dem Papier" im vergangenen Jahr bereits 19 Kilogramm Plutonium. In Sellafield, wo rund 10 000 Menschen arbeiten, werden jedes Jahr mehrere tausend Tonnen spaltbares Material aufbereitet.

Jede Art des in Sellafield behandelten Materials müsse nach Richtlinien der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien erfasst werden, hiess es in der "Times". "Das ist wie eine Bilanz, wir zählen alles, was hereinkommt oder hinausgeht", wurde ein Insider zitiert. Dabei könne es zu Fehlern kommen. "Es gibt immer eine Diskrepanz zwischen der physischen und der buchhalterischen Inventur", sagte eine Sprecherin des Werkes. Die britische Atomenergie-Behörde teilte mit, dass die Werte sich innerhalb internationaler Berechnungsstandards bewegten.

Atomwaffenspezialist Frank Barnaby sagte dazu dem britischen Rundfunksender BBC, es gehe bei solchen Verfahren immer eine gewisse Menge quasi verloren, dies sei jedoch "eine dramatische Entwicklung".

Die IAEO in Wien sieht sich im Zusammenhang mit dem "fehlenden" Plutonium nicht zuständig: "Wir haben in Grossbritannien keine Leute, es gibt keine Inspektoren, London hat uns nicht um Hilfe gebeten", sagte ein IAEO-Sprecher.



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