Bosch: Solarsparte und Elektromobilität belasten Ergebnis
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Stuttgart - Die Ergebnisse der Robert Bosch GmbH könnten besser aussehen. Während der Umsatz gesteigert wurde, sorgte ein Preisverfall bei Solarmodulen für Einbußen beim Gewinn. Hohe Investitionen in Elektromobilität rechnen sich zudem erst in einigen Jahren.
Den Umsatz deutlich gesteigert, aber das Ergebnis blieb unter den Erwartungen - das Bild der Bosch-Gruppe im Jahr 2011 ist uneinheitlich. Zum 125-jährigen Bestehen steigerte das Unternehmen den Umsatz um 8,8 Prozent auf 51,4 Milliarden Euro, wie es in Stuttgart auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. "Wir erzielten damit eine der höchsten Wachstumsraten seit dem Jahr 2000", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Franz Fehrenbach. Nur 2010 habe Bosch nach der Rezession im Vorjahr stärkere Zuwächse verzeichnet. Doch Wertberichtigungen in der Solarsparte und hohe Investitionen in Zukunftstechnologien verhagelten das operative Ergebnis. Bosch stellt sich zudem bereits auf unruhigere Zeiten ein.
Beim weltgrößten Automobilzulieferer trug die Kraftfahrzeugsparte zum Großteil zum Umsatz bei und überstieg erstmals die Schwelle von 30 Milliarden Euro. Am deutlichsten wuchs die Industrietechnik mit einer Steigerung um ein Fünftel auf acht Milliarden Euro. Hohen Anteil daran hatten die Antriebs- und Steuerungstechnologien unter der Marke Bosch Rexroth sowie die Verpackungstechnik in China. Die Gebrauchsgüter- und Gebäudetechnik unter der beispielsweise Waschmaschinen und Heimwerkergeräte zusammengefasst sind, wuchs solide um vier Prozent.
Das operative Ergebnis lag laut Fehrenbach bei etwa fünf Prozent vom Umsatz und damit unter dem eigenen Anspruch von sieben bis acht Prozent. Der Konzern sei mit dem Ergebnis aber weitgehend zufrieden, sagte er. Ohne Sonderbelastungen in Höhe von etwa einer Milliarde Euro "hätten wir unseren Zielkorridor erreicht".
Preisverfall bei Solarmodulen macht Bosch zu schaffen
Zu schaffen machte Bosch insbesondere der Preisverfall von Solarmodulen und -zellen. Er habe alleine 2011 bei 40 Prozent gelegen. Die Folge: Alleine Boschs Solarsparte fraß das Ergebnis um rund 500 Millionen Euro auf. Zum Teil blieb das Unternehmen auch auf höheren Rohstoffpreisen sitzen.
Zudem ist die Elektromobilität nach wie vor ein Zuschussgeschäft und auch die Forschungs- und Entwicklungskosten für erneuerbare Energien sind immens hoch. Insgesamt wendete Bosch 2011 etwa vier Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung auf, ein Wert, den Fehrenbach auch 2012 aufrechterhalten will. Er untermauerte den Anspruch des Konzerns, "Technologieführer" zu sein. Dafür braucht Bosch wohl einen langen Atem. Der für die Kraftfahrzeugtechnik verantwortliche Geschäftsführer Bernd Bohr betonte, bei der Elektromobilität sei frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts mit einem Gewinn zu rechnen.
Zunächst einmal muss das schwäbische Unternehmen aber wohl schwerere Zeiten überstehen. "Wir stehen vor einem Jahr der Unsicherheiten", sagte Fehrenbach. Die Weltwirtschaft werde sich deutlich abschwächen. Ob es in Europa zu einer Rezession kommt, hänge von der konsequenten Umsetzung von Reformen in den Schuldenstaaten ab. Klar sei aber: "Wirtschaftliche Schwankungen werden häufiger auf uns zukommen." Auch bei einem Umsatzrückgang von 20 Prozent soll Bosch operativ nicht in den Verlusten sein, sagte Fehrenbach zum Ziel.
Um dieses zu erreichen, setzt Bosch auf eine weitere Internationalisierung. In diesem Jahr fließen laut Fehrenbach 30 Prozent aller Investitionen in die Region Asien-Pazifik. Zudem will Bosch Wachstumsfelder wie die Vernetzung von Geräten oder Maschinen über das Internet ausbauen. Ein weiteres Mittel sind Flexibilisierungen bei den Mitarbeitern wie Arbeitszeitmodelle oder der Einsatz von Zeitarbeitern. Fehrenbach betonte jedoch, dass das Unternehmen "keine Unverschämtheiten" vorhabe. In Deutschland werde Bosch auch in diesem Jahr 3.000 neue Mitarbeiter unbefristet einstellen. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs 2011 um knapp 20.000 auf mehr als 303.200.
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