Bolivianer billigen Referendum über Erdgaspolitik
Die Erdgasfrage ist in Bolivien, das über die nach Venezuela grössten Reserven Südamerikas verfügt, ein politisch sensibles Thema. Im vorigen Jahr war Mesas Vorgänger Gonzalo Sánchez de Lozada wegen geplanter Exporte von Erdgas über chilenische Häfen nach blutigen Protesten gestürzt worden. Bolivien fordert von Chile einen eigenen Zugang zum Pazifik, den es im Salpeterkrieg vor 125 Jahren verloren hatte. Die Regierung Mesa soll jetzt das Erdgas als Druckmittel gegen Chile einsetzen, das unter einer Energiekrise leidet.
Verschiedene radikale Gruppen hatten zu einem Boykott des Referendums aufgerufen, doch kam es am Abstimmungstag zu keinen grösseren Zwischenfällen. Die fünf Fragen, über die am Sonntag abgestimmt wurde, waren in der Öffentlichkeit auch wegen mangelnder Eindeutigkeit kritisiert worden. So gingen die Meinungen darüber auseinander, ob das Referendum einer Enteignung der ausländischen Erdgasgesellschaften die Tür öffnet.
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