BlackBerry-Anbieter RIM mit Gewinnsprung - Ausblick enttäuscht Börse
RIM ist bislang besonders bei Geschäftskunden erfolgreich und will mit neuen Geräten nun auch verstärkt bei Privatkunden punkten. Analysten fürchten, dass die kostspielige Expansion heftig auf die Gewinnmarge drücken könnte. Wettbewerber sind hier Apples iPhone und das gerade vorgestellte T-Mobile-Handy G1 mit dem von Google geprägten Betriebssystem Android.
Marktführer bei Smartphones - einem Mix aus Handy und Taschencomputer - ist bisher der Nokia-Konzern. Microsoft ist mit dem Betriebssystem Windows Mobile in Handys diverser Hersteller im Rennen. Sie alle machen RIM zunehmend Konkurrenz bei Geschäftskunden.
Im zweiten Geschäftsquartal verkaufte RIM rund 6,1 Millionen seiner BlackBerrys. Der Konzern gewann etwa 2,6 Millionen neue Abonnenten für seine E-Mail-Dienste, insgesamt sind es nun rund 19 Millionen. Im laufenden Quartal sollen 7 Millionen Geräte abgesetzt werden und unterm Strich 2,9 Millionen Kunden hinzukommen. Mehr als 80 Prozent der Umsätze erzielt RIM mit Geräten, knapp 15 Prozent entfallen auf die Dienste, der Rest vor allem auf Software-Erlöse.
Smartphones setzen vor allem auf die Internet-Nutzung unterwegs. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der weltweit verkauften Hightech-Handys um etwa 60 Prozent auf 115 Millionen Geräte. Im ersten Halbjahr 2008 verlangsamte die schwache Konjunktur das Wachstum auf gut 20 Prozent. Bislang nutzt selbst in entwickelten Ländern nur etwa jeder zehnte Mobilfunk-Kunde mobiles Internet.
RIM will noch im Herbst in Europa erstmals ein BlackBerry-Gerät mit berührungsempfindlichem Bildschirm (Touchscreen) wie beim i-Phone auf den Markt bringen ("Storm"). Der Konzern stellte zudem vor kurzem ein erstes klappbares Handy ("Pearl Flip") für ein breites Publikum vor und kündigte mehr "Lifestyle"-Anwendungen wie mobile Versionen von Online-Netzwerken und Internet-Radio an.
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