BITKOM: Computer- und TK-Branche erstmals mit Minus

dpa | 01.10.2002
Bild: Telefon mit Wahltasten


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München (dpa) - Nach Jahren des Wachstums befindet sich die Computer- und Telekommunikationsindustrie in Deutschland nach Einschätzung des Branchenverbandes BITKOM derzeit auf einer Talfahrt. 2002 werde der Markt erstmals um 1,3 Prozent auf 136 Milliarden Euro schrumpfen, sagte BITKOM-Präsident Volker Jung am Dienstag in München. "Deutschland ist damit momentan international das Schlusslicht und das liegt nicht, wie es oft heisst, an der Weltkonjunktur." Frankreich, Italien und die skandinavischen Länder erzielten im Durchschnitt immer noch Zuwächse von etwa zwei Prozent.

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Der BITKOM-Präsident forderte daher die Bundesregierung auf, mutige Reformen im Bildungssektor, im öffentlichen Bereich, im Gesundheitswesen und im Arbeitsrecht zu wagen. Nach wie vor besitze die Computer- und Telekommunikations-Branche ein enormes Potenzial. "Ob und wie schnell sich dieses Potenzial wieder entfalten kann, liegt nicht zuletzt an den Spielregeln, die die Politik setzt", sagte Jung, der ein 10-Punkte-Programm der Branche für die neue Legislaturperiode vorlegte.

Nie zuvor habe es in der Vergangenheit in der Gesamtbranche ein Minus gegeben, sagte Jung. Bislang hätten stets einzelne sehr dynamische Segmente die Verluste Not leidender Bereiche ausgleichen können. In diesem Jahr schrieben jedoch fast alle Segmente mit Ausnahme der Telekommunikations- und Internet-Dienste rote Zahlen "Selbst die Wachstumsträger des letzten Jahrzehnts, Software und Serviceleistungen für die Informationstechnologie, haben ihre Zugkraft verloren." Im vergangenen Jahr sei noch ein leichtes Plus von 1,7 Prozent auf knapp 138 Milliarden Euro verbucht worden.

Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie sei erstmals seit Anfang der 90er Jahre rückläufig. BITKOM gehe davon aus, dass 2002 bundesweit gut drei Prozent der Stellen, umgerechnet rund 28 000 Arbeitsplätze, wegfallen werden. Erstmals müssten nun auch Softwarehäuser und IT-Dienstleister Mitarbeiter entlassen. Zwischen 1999 und 2001 hatten diese Unternehmen noch 87 000 zusätzliche Stellen geschaffen.

Für 2003 zeichnet sich nach BITKOM-Angaben ein allmähliches Ende der Talfahrt ab. Dann werde es eine leichte Stabilisierung der Nachfrage geben und die Branche werde voraussichtlich unter dem Strich eine schwarze Null erreichen. Der Branchenverband erwartet, dass die Umsätze leicht um 0,4 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro steigen könnten.

BITKOM vertritt nach eigenen Angaben 1300 Unternehmen der Informationstechnologie und der Telekommunikation. Die Firmen beschäftigen mehr als 700 000 Mitarbeiter und erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 120 Milliarden Euro.



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