Bioenergie: Altmaier weist kritische Studie zurück

dpa | 30.07.2012
Bild: Peter Altmaier


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Berlin - Jüngst forderten Forscher der Nationalakademie Leopoldina einen Verzicht auf Bioenergie. Doch Umweltminister Altmaier weist diese Forderung zurück. Er hält Biogas und Biosprit beim Gelingen der Energiewende für unverzichtbar.


Agrarrohstoffe bleiben für Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) trotz Kritik aus der Wissenschaft ein wichtiges Element der Energiewende. "Biomasse ist ein sehr vielseitiger und zuverlässiger Energieträger, der im Rahmen der Energiewende eine wichtige Rolle für die zukünftige Energieversorgung unseres Landes spielt", sagte der Minister der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". In einer Studie hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina die weitere Nutzung von Bioenergie sehr kritisch gesehen. Auch Umweltverbände bemängeln die energetische Ausbeute und die Konkurrenz zu Pflanzen als Nahrungsmittel.

Özdemir: Biomasse muss effizienter werden

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte der Zeitung, Biomasse könne "einen wichtigen Beitrag in der Energierevolution leisten". Dafür müsse allerdings die Energieeffizienz der Biomasse stark erhöht werden. Die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, verlangte "Änderungen im Fördersystem" für Bioenergie. Sie schlug vor, die Gewinnung von Bioenergie aus Wildkräuterwiesen stärker zu fördern. "Die Zukunft der Bioenergie heißt Blumenwiesen statt Mais", sagte Höhn.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, die Pflicht zur Beimischung von Biosprit in Benzin und Diesel aufzuheben. "Pflanzenkraftstoff ist ineffizient, frisst Fläche und wird in südlichen Ländern angebaut, selbst wenn dort Menschen Hunger leiden", sagte die Expertin Reinhild Benning. Der Anteil von Biomasse an der Energieerzeugung in Deutschland liegt bei rund acht Prozent.

Neue Kohle- und Gaskraftwerke

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) appellierte an die Bundesregierung, die Energiewende entschlossener voranzutreiben. "Der Bund muss Anreize schaffen und den Prozess steuern. Jedes Zaudern spielt jenen in die Hände, die Atomkraftwerke doch länger am Netz lassen oder verstärkt fossile Brennstoffe einsetzen wollen", sagte Sellering der Nachrichtenagentur dpa.

Altmaier hatte sich jüngst skeptisch zu den ambitionierten Zielen des Bundes geäußert und sich auch für den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke ausgesprochen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) unterstützte diese Linie. Dies sei die Position der gesamten Bundesregierung, sagte Rösler am Sonntag im Deutschlandfunk.



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