BfS-Präsident bezeichnet Zustände in Asse als unzumutbar
- Asse seit 60er Jahren auf Drängen der Industrie als Atommüll-Endlager genutzt
- Grüne fordern Asse-Untersuchungsausschuss im Bundestag
- Asse ist von Anfang an als Entsorgungsanlage geplant worden
- Atomkonzerne drückten Sicherheitsstandards in der Asse
- Im Atommülllager Asse lagern tonnenweise Gifte und Pestizide
- Atommülllager Asse wird nach Atomgesetz geschlossen
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Berlin - Wolfram König, der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), hat den Zustand im niedersächsischen Atommülllager Asse als unzumutbar bezeichnet. König sagte am Mittwoch im Deutschlandfunk, dass täglich Grundwasser in das Lager eindringe. Vor diesem Hintergrund sei nicht klar, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks noch gewährleistet sei. König betonte, dass das Ziel nun eine geordnete Schließung des Lagers sein müsse.
Am Dienstagabend war bei einem Kontrollgang in dem maroden Salzbergwerk in mehr als 900 Metern Tiefe erneut radioaktiv belastete Lauge festgestellt worden. Dabei handelt es sich um Lösungen, die mit Cäsium 137 sowie mit Tritium kontaminiert sind. Nach Angaben des Bundesamtes besteht aber weder Gefahr für das Betriebspersonal noch für die Umgebung der Asse. Die Behörde ist seit Januar für das Atommülllager Asse zuständig.
Dem vorherigen Betreiber, dem Münchner Helmholtz-Zentrum, war die Verantwortung nach zahlreichen Zwischenfällen entzogen worden. In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen meist aus der kerntechnischen Industrie eingelagert. Noch in diesem Jahr soll entschieden werden, ob der Abfall zurückgeholt oder sicher in der Asse gelagert werden kann.
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