Bayern und Sachsen fordern Stopp für höhere Biosprit-Quote

dpa | 15.02.2008
Bild: Stromleitungen

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Hamburg (dpa-AFX) - Die geplante Erhöhung der Beimischungsquote für Pflanzensprit in Benzin und Diesel steht auf der Kippe. Die Länder Bayern und Sachsen stellten am Donnerstag die Neuregelung infrage. Das wäre Gesetzgebung auf Verdacht, sagte der bayerische Umweltminister Otmar Bernhard (CSU) der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). "Es steht nicht fest, wie viele Autos den neuen Sprit überhaupt tanken können. Die Umweltverträglichkeit und der Beitrag zum Klimaschutz sind offen. Wir brauchen derzeit keine Erhöhung." Zusammen mit Sachsen will Bayern an diesem Freitag im Bundesrat einen Stopp der Quotenerhöhung durchsetzen.

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"Der Beitrag der Biokraftstoffe zum Klimaschutz ist gering", kritisierte der bayerische Minister Bernhard. "Wird zur Herstellung beispielsweise Braunkohle eingesetzt oder Regenwald gerodet, ist die Bilanz sogar negativ." Bernhard warnte, dass heute schon rund 20 Prozent der CO2-Emissionen durch das Abbrennen von Wäldern zur Gewinnung von Agrarland entstünden.

Der sächsische Umweltminister Roland Wöller (CDU) forderte, Biomasse effizient einzusetzen. "Es sollte mehr auf Biomasse-Anlagen gesetzt werden, die nicht nur Wärme, sondern auch Strom erzeugen." Eine Chance bestehe darin, Autos künftig mit Strom statt mit flüssigem Kraftstoff zu betreiben. "Da auch Biomasse eine knappe Ressource ist, muss sie so effizient wie möglich eingesetzt werden", sagt Hans-Joachim Schellnhuber, der die Bundesregierung beim Klimagipfel von Bali beriet.

Nach Ansicht des Direktors des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung war die Förderung von Biodiesel und Bioethanol der ersten Generation "ein Irrweg". Die so ausgelöste Intensivierung der Landwirtschaft, der Flächenverbrauch und der Einsatz von Dünger und Pestiziden verschlechterten die CO2-Bilanz. "Biomasse muss man verstromen, am besten unter Nutzung der Abwärme", sagt Schellnhuber.



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