Baustart für Verlegung des Seestromkabels nach Helgoland
St. Peter-Ording - Am Samstag fiel in St. Peter-Ording (Nordseeküste) der Startschuss für die Verlegung eines Seestromkabels zur einzigen Hochseeinsel Deutschlands Helgoland. Die Unterwasser-Leitung, die zu dem roten Felsen führt, ist 53 Kilometer lang und aus einem Stück gefertigt. E.ON-Hanse-Sprecher Volker Mielisch erläuterte, dass das Kabel somit das längste, in einem Stück verlegte Stromkabel sei. Die am weitesten vom Festland entfernte deutsche Insel produzierte ihren Strom bisher mit zwei alten Diesel-Generatoren. Die rund 1300 Inselbewohner nun an das europäische Stromverbundnetz anzuschließen, kostet etwa 20 Millionen Euro.
Das Kabel - drei fingerdicke Kupferstränge für den Strom sowie ein hauchfeines Bündel Glasfasern für Datenübertragung - ist mit dicken Armierungen geschützt. Es kann bis zu 5000 Kilowatt übertragen. 800 Tonnen bringt es auf die Waage. Es wird mit einer sogenannten Barge verlegt - einer 90 Meter langen schwimmenden Arbeitsplattform ohne Motor, wie Mielisch erklärte.
Das kiellose Schiff zieht sich an Pfählen durch das Wasser und pflügt dabei mit "Spülschwertern" einen zwei Meter tiefen Graben in den Meeresgrund. Das Kabel wird anschließend wieder mit Sand bedeckt. Rund 20 Tage soll die Fahrt nach Helgoland dauern, schätzte Mielisch. Abhängig von Wind und Wetter können täglich höchstens 4000 Meter Seekabel gelegt werden. Wegen der Gefahr von Stürmen können Seekabel nicht im Winterhalbjahr verlegt werden.
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