Bau von Offshore-Windparks deutlich unwahrscheinlicher geworden

dpa | 16.07.2004
Bild: Stromleitungen


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Golmbach (dpa/lni) - Der Bau der geplanten Offshore-Windparks Nordergründe und Riffgatt ist nach Vorlage eines neues Gutachtens zum Vogelschutz deutlich unwahrscheinlicher geworden. Die geplanten Anlagen in der Wesermündung und vor Borkum liegen in einer Region, die nach der neuen Untersuchung künftig als Vogelschutzgebiet ausgewiesen werden müsste, wie Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) am Donnerstag in Golmbach (Kreis Holzminden) sagte.

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Das bedeute, dass dort erzeugter Strom nicht dieselben hohen staatlichen Zuschüsse bekomme könne wie anderer Windkraftstrom. Damit sei die Errichtung von Windparks für die Betreiber in diesen Regionen wahrscheinlich unattraktiv geworden. "Es wird wirtschaftlich schwieriger werden, das zu machen", sagte Sander. "Das neue Gutachten kann keiner beiseite schieben."

Vor allem die Inselgemeinden waren bisher vehement gegen den Bau der Windparks. Diese sollen als Pilotanlagen innerhalb der 12- Seemeilen-Zone errichtet werden, um die so genannte Off-Shore-Technik in Küstennähe zu testen. Nach ersten Planungen war nach Darstellung von Minister Sander der Bau von mehr als 70 Windrädern geplant, zuletzt waren noch rund 25 im Gespräch. Die Vertreter der Inseln erklärten, sie hielten solche Windparks für eine Verschandelung der Landschaft und würden Einbussen für den Tourismus befürchten.

Sander betonte zwar, dass Land werde sich weiter für eine Genehmigung der Windparks einsetzen und wolle bestimmte Vorrang- Gebiete ausweisen, in denen trotz strenger Vogelschutzbestimmungen der Bau solcher Anlagen möglich sei. Offen sei aber, ob die Betreiber, darunter der Auricher Windkraftradbauer Enercon, unter den geänderten wirtschaftlichen Bedingungen noch Interesse an der Realisierung hätten. Der FDP-Politiker hält die von der rot-grünen Bundesregierung betriebene hohe staatliche Subventionierung von Windkraft schon seit längerem für kaum gerechtfertigt.

Das neue Gutachten zum Vogelschutz wurde von der Universität Kiel im Auftrag des Landesamtes für Ökologie erarbeitet und bereits 2001 von der SPD-Vorgängerregierung in Auftrag gegeben. Seit der vergangenen Woche liegen im Umweltministerium nun die Ergebnisse vor.



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